Ständeratswahlen

FDP Aargau nominiert Philipp Müller mit stehender Ovation

Die FDP Aargau glaubt trotz Kandidatur von CVP-Kandidatin Ruth Humbel an einen Erfolg von Philipp Müller im zweiten Ständerats-Wahlgang. Ein starker Aargau brauche einen starken Ständerat – nur Philipp Müller verfüge über genug Einfluss.

Es schien nach einem Zweikampf Philipp Müller – Hansjörg Knecht auszusehen. Doch nachdem die CVP überraschend Ruth Humbel für den zweiten Wahlgang für den noch zu vergebenden Ständeratssitz nominiert hat, kommt es zum Dreikampf.

FDP-Grossrat und Vizepräsident Titus Meier twitterte prompt: «Das Rezept für einen SVP-Ständerat im Aargau scheint gefunden: Ruth Humbel tritt nochmals an.»

Tweet_Titus Meier

Ist das so? Die Freisinnigen sehen es offensichtlich doch anders. Sie stellten sich am Donnerstagabend am Parteitag in Möhlin demonstrativ und mit einer stehenden Ovation hinter ihren Ständeratskandidaten Philipp Müller. Sie glauben an den Erfolg.

Ständerat - Philipp Müller (FDP) knapp hinter Hansjörg Knecht (FDP): "Jetzt werde ich alles geben für den zweiten Wahlgang"

Philipp Müller (FDP) knapp hinter Hansjörg Knecht (FDP): «Jetzt werde ich alles geben für den zweiten Wahlgang», sagte er am Wahlsonntag im Bundeshaus.

Präsident Matthias Jauslin empfahl Müller als «idealen Kandidaten, der anpacken kann, als erfolgreichen Unternehmer und als Parteipräsident der FDP Schweiz». Sein Wort habe Gewicht, er sei sehr einflussreich in Bern und schaffe es immer wieder, Kompromisse zu erzielen.

Es gelte jetzt im Wahlkampf, den Kurs beizubehalten und in die Hosen zu steigen. Die Schweiz brauche die Bilateralen und ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn, aber keinen EU-Beitritt.

«Nicht aufgeben – weiterkämpfen»: So begründete Ruth Humbel am Mittwochabend ihre Kandidatur im zweiten Wahlgang.

«Nicht aufgeben – weiterkämpfen»: So begründete Ruth Humbel am Mittwochabend ihre Kandidatur im zweiten Wahlgang.

Der Aargau brauche einen Ständerat, «der Gewähr bietet, dass die Bilateralen nicht gefährdet werden». Ein starker Aargau brauche unbedingt auch einen starken Ständerat. Nur Philipp Müller verfüge über genug Einfluss. Jauslin unter Applaus: «Der Aargau braucht Philipp Müller als Ständerat.»

Freisinnige Stimmen allein reichten aber nicht. Es gelte, viele zusätzliche Leute zu überzeugen: «Mit ihrer Unterstützung gelingt es, dass Müller diesen Sitz holt.»

Müller will sich zeigen

Müller selbst sagte am Parteitag, es sei mit der Nomination von Ruth Humbel durch die CVP «nicht einfacher geworden, aber auch nicht schwieriger». Er werde sich in den kommenden Wochen im ganzen Kanton zeigen. Die Leute wollten sehen, «wie authentisch ist dieser Kandidat»? Er werde auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den anderen Kandidierenden suchen.

«Absurder Brunner-Deal»

Entscheidend werde im zweiten Wahlgang die Mobilisierung sein. Auch Müller empfahl, im Bekanntenkreis Werbung zu machen. Notfalls, so Müller augenzwinkernd, könne man ja auch sagen, Müller sei von den Kandidaten das kleinste Übel.

Am Montagmorgen, so Müller weiter, sei Toni Brunner zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, man könnte doch einen Deal machen.

Er, Müller, fände so einen Deal, indem man in Zürich und im Aargau je einen Kandidaten zugunsten der andern Partei zurückziehe, «eine demokratiepolitische Katastrophe».

Die Partei hätte Schaden genommen. Der Vorschlag sei absurd gewesen. Müller tritt also voll an: «Wir kämpfen und wir glauben, dass wir gewinnen.»

Worauf Jauslin in den Saal rief: «Ich bin überzeugt, dass wir am 22. November einen FDP-Ständerat feiern können.»

Zusätzlich fasste die FDP mit 56 Ja bei vier Enthaltungen klar die Ja-Parole zur Gotthard-Vorlage vom Februar.

Aargauer Nationalratswahlen 2015: Stimmen von fremden Listen (Grafik)

Aargauer Nationalratswahlen 2015: Stimmen von fremden Listen (Tabelle)

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