Wahlen 2019
FDP Aargau will vierten Nationalratssitz – erste Kandidaten stehen bereit

Die Freisinnigen haben sich für die Wahlen 2019 ambitionierte Ziele gesetzt. Sie wollen den Ständeratssitz nach dem Rücktritt von Philipp Müller halten, ihren Wähleranteil ausbauen und einen vierten Nationalratssitz. Erste Interessenten sind bereits bekannt.

Noemi Lea Landolt
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Am Parteitag der FDP Aargau herrscht Optimismus: Man will einen vierten Nationalratssitz gewinnen sowie den Ständeratssitz halten.

Am Parteitag der FDP Aargau herrscht Optimismus: Man will einen vierten Nationalratssitz gewinnen sowie den Ständeratssitz halten.

Noemi Lea Landolt

Er habe eine depressive Partei angetroffen, eine Partei, die sagte, die Wahlen 2019 würden schwer, die FDP Aargau müsse froh sein, wenn sie ihre Sitze halten könne. Das erzählte Jürg Willi, Wahlkampfleiter der Aargauer Freisinnigen, am Parteitag in der Turnhalle in Ennetbaden. Gestern sei vorüber, liess er die Parteimitglieder wissen. «Wir dürfen nicht aufhören, an morgen zu denken.».

Und für die Zukunft hat die Aargauer FDP grosse Pläne. Sie will den Ständeratssitz nach dem Rücktritt von Philipp Müller halten, sie will ihren Wähleranteil ausbauen und sie will einen vierten Nationalratssitz. «Es sind toughe Ziele», gibt Jürg Willi zu. «Wir erreichen sie nicht mit links. Aber wir haben uns bewusst ambitionierte Ziele gesetzt, um Sie aufzurütteln», sagte er an die Adresse der anwesenden Parteimitglieder. Die FDP Aargau habe 2019 eine historische Chance, zu gewinnen. «Wenn nicht jetzt, wann dann?», fragte Jürg Willi.

Parteipräsident Lukas Pfisterer kündigte einen harten und langen Wahlkampf an. «Aber wenn wir uns nicht anstrengen – und zwar bis die Urnen geschlossen sind –, werden wir keinen Erfolg haben.» Die Ziele seien ambitioniert, klar: «Aber Jürg Willi hat uns davon überzeugt und nicht überredet», stellte der Parteipräsident klar.

In den Startlöchern

An willigen Kandidatinnen und Kandidaten, welche die Aargauer FDP in Bern vertreten möchten, mangelt es nicht. Nationalrat Thierry Burkart stellt sich als Ständeratskandidat zur Verfügung und auch Nationalrat Matthias Jauslin hat Interesse angemeldet. Die FDP nominiert am Donnerstag, 29. November, in Dottikon. Sollte sich mehr als eine Person um den Sitz bewerben, käme es – wie bereits diese Woche bei der SP – zu einer Kampfwahl. Die Delegierten müssten entscheiden.

Auch für die Nationalratsliste dürfte die FDP genug Interessenten finden. Diese Woche teilten neben den beiden bisherigen Nationalräten Matthias Jauslin und Thierry Burkart auch Grossrätin Sabina Freiermuth und Grossrat Adrian Schoop mit, dass sie sich als Nationalratskandidaten zur Verfügung stellen. Bei den letzten Wahlen waren auf dem ersten Ersatzplatz Grossrat Ulrich Bürgi und auf dem zweiten Grossrätin Maja Riniker. Wer nominiert wird, entscheidet die FDP Aargau am 16. Januar 2019.

Nein-Parole zur SVP-Initiative

Am Parteitag am Donnerstagabend fassten die Freisinnigen auch die Parole für die Abstimmung über die Selbstbestimmungsinitiative der SVP. Darüber entscheidet das Schweizer Stimmvolk am 25. November 2018. Die anwesenden Parteimitglieder erteilten dem Vorschlag von rechts mit 90 Nein- zu 5 Ja-Stimmen eine klare Abfuhr.
Für die restlichen Abstimmungen hat die Geschäftsleitung die Parolen gefasst. Die FDP Aargau empfiehlt ein Nein zur Hornkuh-Initiative und ein Ja zum Gesetz zur Überwachung von Sozialversicherten.

Auch die Parolen zu den beiden kantonalen Vorlagen hat die Geschäftsleitung beschlossen. Sie empfiehlt, das Ständeratswahlrecht für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer anzunehmen und die Waldinitiative abzulehnen. Die FDP werde das Nein-Komitee zur Waldinitiative anführen, sagte Parteipräsident Pfisterer.

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