Aargauer Post

Filialensterben: Versicherungen und Banken sollen nun Rettung bringen

Auch die Postagenturen haben es nicht leicht: Briefe werden immer weniger geschrieben. (Symbolbild)

Auch die Postagenturen haben es nicht leicht: Briefe werden immer weniger geschrieben. (Symbolbild)

Im Aargau mussten bereits zahlreiche Filialen schliessen. Nun sollen die verbliebenen zu modernen Dienstleistungszenten ausgebaut werden. Dort kann man dann zum Beispiel auch Versicherungen abschliessen.

Die Postfiliale in Kölliken wird weitergeführt. Das teilte die Post kürzlich mit (die AZ berichtete). Damit ist das Dorf fast eine Ausnahme. Mehr als 30 Filialen im Kanton hat die Post in den vergangenen Jahren überprüft, die Mehrheit davon betreibt sie nun nicht mehr selbst. 77 posteigene Filialen gab es noch vor rund drei Jahren im Aargau. Mittlerweile sind es 56, 3 davon werden noch überprüft. Es sind dies die Filialen in Murgenthal, in Wettingen an der Bahnhofstrasse und in Baden am Cordulaplatz.

Das Problem, oder einige der Probleme: Immer weniger Briefe werden verschickt, immer weniger Menschen bezahlen ihre Rechnungen am Postschalter. Der Betrieb einer eigenständigen Postfiliale lohnt sich, gerade auf dem Land, schon lange nicht mehr.

Postfilialen werden zu «Dienstleistungs-Zentren»

Mit dem Abbau soll nun aber bald Schluss sein. Die Post will ihr Filialnetz bis 2024 «stabilisieren». Weitere Filialschliessungen im Aargau bis dahin sind zwar nicht auszuschliessen, es soll aber «höchstens noch Einzelfälle geben», teilt Post-Mediensprecher Oliver Flüeler auf Anfrage mit. Damit dies gelingen kann, setzt die Post auf Kooperationen. Die Postfilialen sollen zu «Dienstleistungs-Zentren» werden. Nebst Briefen aufgeben soll man dort künftig etwa Versicherungen abschliessen oder einen Betreibungs- registerauszug abholen können. Noch wurde keine Filiale im Aargau zu einem solchen Zen­trum ausgebaut, das soll aber bald passieren. Die Post ist auf der Suche nach Partnern: «Primär suchen wir nach Dienstleistern, welche relevante Angebote für den Alltag der Bevölkerung haben», so Flüeler.

Das könnten etwa Banken, Versicherungen, Krankenkassen oder auch Behörden sein. Von dieser Zusammenarbeit sollen dann beide Seiten profitieren, entsprechende Geschäftsmodelle würden im Einzelfall ausgearbeitet. Flüeler betont aber auch: «Ein Postmitarbeiter wird nie auf Kundenfang gehen, indem er für Dritte Neukunden akquiriert und direkt Verträge abschliesst.» (rka)

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