Forderung
«Knapp genügend ist nicht gut genug»: Gewerkschafts-Dachverband fordert weitere Massnahmen für Lohngleichheit

14 Aargauer Firmen wurden auf die Einhaltung der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau analysiert - sieben Unternehmen bestanden die Prüfung nur knapp, eines fiel gar durch. Für Arbeit Aargau, den Dachverband der Gewerkschaften im Kanton, sind nach diesem Resultat zusätzliche Anstrengungen nötig.

Fabian Hägler
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Lohngleichheit war auch am Frauenstreik am 14. Juni 2019 in Aarau ein Thema.

Lohngleichheit war auch am Frauenstreik am 14. Juni 2019 in Aarau ein Thema.

Colin Frei

Arbeit Aargau, der Dachverband der Gewerkschaften im Kanton, nimmt gemäss einer Mitteilung «ernüchtert zur Kenntnis, dass die Hälfte der von der Firma Comp-On geprüften Aargauer Firmen nur grenzwertige Resultate erreichten». Der Verband nimmt Bezug auf den «Fair-ON-Pay-Report», der vergangene Woche publiziert wurde. Arbeit Aargau fordert im Kanton weitergehende Massnahmen, um die Lohnungleichheit wirksam bekämpfen zu können.

Im Aargau wurden 14 Unternehmen überprüft, 7 Firmen erfüllten die Anforderungen nur knapp, eine fiel bei der Prüfung durch. Zertifiziert wurden unter anderen die Aargauische Kantonalbank, Rivella, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick, die Hypothekarbank Lenzburg sowie die Ausgleichs- und Pensionskasse Gastro Social. Die Vorgaben sind erfüllt, wenn die geschlechtsspezifische Lohndifferenz bei einer Firma weniger als 5 Prozent beträgt.

Das Resultat der Lohnuntersuchungen ist aus Sicht des Gewerkschafts-Dachverbandes «ernüchternd, aber leider nicht überraschend». Man nehme kopfschüttelnd zur Kenntnis, dass die Hälfte der geprüften Firmen nur knapp bestanden habe. «Knapp genügend ist nicht gut genug», hält Arbeit Aargau dazu fest. Arbeit Aargau fordert Firmen zum Handeln auf Die betroffenen Firmen dürften sich nicht auf den Lorbeeren der bestandenen Prüfung ausruhen, sondern müssten alles daransetzen, die nach wie vor vorhandenen Missstände zu beheben.

Zudem fordert Arbeit Aargau zusätzliche Massnahmen, die über das Gleichstellungsgesetz hinausgehen, um die Lohnungleichheit wirksam bekämpfen zu können. «Es braucht Rahmenbedingungen, welche mit der traditionellen Rollenteilung brechen, wie beispielsweise flächendeckende Tagesstrukturen und eine vernünftige Elternzeit», verlangt der Gewerkschafts-Dachverband. Nur nur so könne die Grundlage geschaffen werden, welche der Gleichstellung und der Lohngleichheit zum Durchbruch verhelfe.

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