Die jüngste Entwicklung in der Causa Franziska Roth ist für den Aargau wahrlich bedrückend. Der Weg in die freiwillige Isolation, den die Regierungsrätin gewählt hat, bedeutet schlicht: Sie und die Regierung können im Gesundheitsbereich bringen, was sie wollen, niemand wird es gut finden. Wer politische Vorlagen realisieren will, braucht eine Hausmacht als tragfähige Basis. Franziska Roth hat sie nicht (mehr). Das bedeutet: Stillstand, Blockade im wichtigen Gesundheits- und Sozialbereich. Und dies noch fast zwei Jahre lang.

Zur Aussage der SVP-Parteileitung, sie habe sich in Franziska Roth «getäuscht», nur noch diese kleine Erinnerungs-Auffrischung: In einer Fragerunde mit Regierungsratskandidat/innen im September 2016 auf Tele M1 forderte Frau Roth eine «Schule wie vor 40 Jahren», nur noch mit Lesen, Schreiben, Rechnen. Über Kinder, die den Schulbetrieb stören, meinte sie, «denen würde man am liebsten löffelweise Ritalin geben». Später sagte sie, sie sei missverstanden worden. Man wusste also schon früh, auf welche Fachkompetenzen man sich einliess.

Damit zu einer der wenigen positiven Meldungen der jüngsten Zeit aus dem Aargauer Gesundheitswesen: Peter Suter ist seit Anfang Monat Verwaltungsratspräsident der Kantonsspital Aarau AG (KSA). Die Causa KSA ist ja, trotz Präsentierung eines schönen Neubauprojekts, noch längst nicht von der Sorgenliste gestrichen. An der nächsten Grossrats-Sitzung reicht Clemens Hochreuter (SVP) einen Fraktions-Vorstoss ein.

Ein Expertengutachten habe ergeben, dass das KSA, auch bei strengster Budgetdisziplin, zur Zukunftssicherung allerhöchstens 600 Millionen Franken investieren könne – und jetzt belaufe sich die vorgesehene Investitionssumme bereits auf rund 850 Millionen. Für Hochreuter wird damit ein hohes Risiko in Kauf genommen.

Eine knifflige Ausgangslage also für den neuen strategischen Chef. Wenn einer die Herkules-Aufgabe stemmen kann, dann Peter Suter. Mit seinem ökonomischen und gesundheitspolitischen Sachverstand hat er bereits das Kantonsspital Baden souverän durch ein politisch schwieriges Jahrzehnt geführt. Übrigens: Der neue Chef des Westaargauer Spitals KSA ist Ostaargauer.

Dafür ist die Spitze des Kantonsspitals Baden (VR-Präsident Daniel Heller, CEO Adrian Schmitter) mit Westaargauern besetzt. Mit diesem west-östlichen Wissenstransfer sollte es möglich sein, die jüngst etwas getrübte (Kündigung des OrthopädieVertrages), politisch indessen sehr wichtige Zusammenarbeit zwischen den beiden Kantonsspitälern wieder zu festigen.