Prominenz

Frauenrechtlerin, Komiker, Müesli-König: Diese 17 Persönlichkeiten aus dem Aargau müssen Sie kennen

Ciriaco Sforza, Urs Lehmann und Andy Hug sind Sport-Helden aus dem Aargau, die in der ganzen Schweiz bekannt sind. Unser Kanton hat aber auch grosse Persönlichkeiten herausgebracht, die nichts mit Sport am Hut haben. So zum Beispiel die erste Gynäkologin Europas, den Erfinder des Bierchermüeslis und ein Kriegsheld aus dem 14. Jahrhundert.

René Baumann alias DJ BoBo, Sänger, aus Kölliken:

Er ist einer der erfolgreichsten Schweizer Sänger aller Zeiten. DJ BoBo (49) gelang mit dem im Herbst 1993 erschienen Album "Dance With Me" den Durchbruch. Der Aargauer erlangte mit seinem Hit "Chihuahua" Platz eins in Spanien und Mexiko. Er nahm 2007 für die Schweiz am Eurovision Song Contest teil, wo er im Halbfinal Platz 20 belegte und ausschied. 2017 geht er mit seinem neusten Album "Mystorial" auf Tour.

Gertrud Heinzelmann, Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin, aus Wohlen:

Gertrud Heinzelmann wollte das Priesteramt auch für Frauen zulassen.

Gertrud Heinzelmann wollte das Priesteramt auch für Frauen zulassen.

Die 1914 in Wohlen geborene Gertrud Heinzelmann kämpfte als Frauenrechtlerin für die rechtliche Gleichstellung von Frauen in Staat und Kirche. Bereits als 20-Jährige trat Heinzelmann 1934 dem Frauenstimmrechtsverein Zürich bei. Nach der Matura studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, welches sie mit einem Doktorat abschloss. Weltweite Beachtung fand Heinzelmann mit ihrer Eingabe ans 2. Vatikanische Konzil. Als überzeugte Katholikin verlangte sie die Zulassung der Frauen zum Priesteramt.

2. Vatikanisches Konzil: Gertrud Heinzelmann schreibt Brief an den Papst

2. Vatikanisches Konzil: Gertrud Heinzelmann schreibt Brief an den Papst

1962 forderte Heinzelmann mit einer Eingabe beim 2. Vatikanischen Konzil die Frauenordination in der Katholischen Kirche.

Friedrich Frey-Herosé, Alt-Bundesrat, Grosser Rat im Aargau:

Friedrich Frey-Herosé stand 1834 vor einer grossen politischen Karriere

Friedrich Frey-Herosé stand 1834 vor einer grossen politischen Karriere

Der FDP-Politiker lebte von 1801 bis 1873. Er war Oberbefehlshaber der aargauischen Truppen. Im Jahr 1834 wurde er als Vertreter des Wahlkreises Othmarsingen in den Grossen Rat gewählt - es sollte der Beginn einer grossen politischen Karriere sein. Bei den ersten Wahlen zum Nationalrat (1848) erzielte Frey-Herosé das beste Ergebnis aller Aargauer Kandidaten. Im selben Jahr wurde er von der Bundesversammlung in den Bundesrat gewählt. Bis zu seinem Rücktritt 1866 bekleidete er zweimal das Amt des Bundespräsidenten. 

Max Bircher-Benner, Erfinder des Birchermüesli, aus Aarau:

Der Erfinder des Bierchermüesli: Max Bircher-Benner

Der Erfinder des Bierchermüesli: Max Bircher-Benner

Max Bircher-Benner wurde am 22. August 1867 in Aarau geboren. Er machte seine Matura an der Alten Kantonsschule Aarau und studierte später Medizin in Zürich und Berlin. Bircher-Benner entwickelte das Birchermüesli und gilt als Pionier der Vollwertkost. Bircher verstarb am 24. Januar 1939 in Zürich.

Ciriaco Sforza, Fussballer und Trainer, aus Wohlen AG:

Ciriaco Sforza im Dress des FC Bayern München. (Archivbild)

Ciriaco Sforza im Dress des FC Bayern München. (Archivbild)

«Ciri» Sforza kam in Wohlen AG zur Welt. Im Freiamt begann auch seine grosse Fussballkarriere: Über den FC Villmergen und FC Wohlen wechselte er zum Grasshopper Club Zürich, wo er den Durchbruch schaffte. Von Zürich aus wechselte er in die grosse Fussballwelt. Über Kaiserslautern, Bayern München und Inter Mailand ging es wieder zurück zu Kaiserslautern, wo er die deutsche Meisterschaft gewann. Sforza absolvierte 79 Länderspiele (7 Tore). Im Jahr 2006 lancierte er seine Trainerkarriere beim FC Luzern. Heute ist er auf Jobsuche.

Christian Haller, Schriftsteller, aus Brugg:

Christian Haller.

Christian Haller.

Der Schweizer Dramaturg und Schriftsteller schreibt Erzählungen, Romana und Bühnenstücke. 2006 erhielt er den Aargauer Literaturpreis. Einige seiner Werke wurden ins Russische und Rumänische übersetzt. Heute lebt der freie Autor in Laufenburg. 

Peach Weber, Komiker, aus Wohlen:

Peach Weber in einem sommerlichen Hawaii-Hemd. (Archivbild)

Peach Weber in einem sommerlichen Hawaii-Hemd. (Archivbild)

Er ist Komiker und Sänger: Peach (Peter) Weber ist im Freiamt in Wohlen aufgewachsen. Er wurde durch seine humorvollen Lieder bekannt. Der 64-Jährige hat einen neuen Weltrekord für den längsten Vorverkauf aller Zeiten aufgestellt. Am 15. Oktober 2027, einen Tag nach seinem 75. Geburtstag, hat Weber eine Veranstaltung im Zürcher Hallenstadion angekündigt. Diese ist bereits ausverkauft.

Peach Weber «Öberall heds Pilzli draa» aus dem Programm «Gägsgüsi»

Peach Weber «Öberall heds Pilzli draa» aus dem Programm «Gägsgüsi»

Doris Leuthard, Bundesrätin, aus Merenschwand:

Die CVP-Politikerin gehört seit Ende 2008 dem Bundesrat an. Leuthard wuchs in Merenschwand. 1997 wurde sie in den Grossen Rat gewählt. Zwei Jahre folgte der Aufstieg in den Nationalrat. Sie ist in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2010 die Bundespräsidentin der Schweiz.

Emil Welti, Alt-Bundesrat, aus Bad Zurzach:

Alt-Bundesrat Emil Welti.

Alt-Bundesrat Emil Welti.

Der FDP-Politiker war ein erfolgreicher Politiker, Rechtsanwalt und Richter. Nachdem er zehn Jahre lang in der Regierung des Kantons Aargau sass (1856 bis 1866) wurde er 1867 in den Bundesrat gewählt. Welti zählte zu den einflussreichsten Schweizer Politikern dieser Epoche. Er verhalf der Gotthardbahn auf politischer Ebene zum Durchbruch. Der Zurzacher war insgesamt sechsmal Bundespräsident, was bis heute Rekord ist. Welti verstarb im Februar 1899 an den Folgen einer Gehirnerschütterung und einer Lungenentzündung.

Urs Lehmann, Skifahrer und Präsident des Schweizerischen Skiverbandes, aus Rudolfstetten:

Urs Lehmann als Präsident des Schweizerischen Skiverbandes.

Urs Lehmann als Präsident des Schweizerischen Skiverbandes.

Urs Lehmann ist neben Peter Müller der einzige Schweizer Ski-Weltmeister aus dem Mittelland. Der Aargauer gewann im japanischen Miroka-Shizukiushi 1993 die Gold-Medaille in der Abfahrt. Nach seiner Karriere studierte Lehmann in St. Gallen und Zürich Betriebswirtschaftslehre. Seit 2006 ist er Präsident des Schweizerischen Skiverbandes. 

Erich von Däniken, Autor, aus Zofingen:

Erich von Däniken glaubt an Ausserirdische. (Archivbild)

Erich von Däniken glaubt an Ausserirdische. (Archivbild)

Mit 63 Millionen Exemplaren ist Erich von Däniken einer der erfolgreichsten Schweizer Autoren. In seinen Büchern schreibt von Däniken über Ausserirdische. Er glaubt daran, dass Aliens vor langer Zeit die Welt besucht haben. Zwei seiner Bücher wurden sogar verfilmt, weitere Filme wurden an seine Ideen angelehnt. 

Pepe Lienhard, Musiker, aus Lenzburg:

Pepe Lienhard aus Lenzburg.

Pepe Lienhard aus Lenzburg.

Pepe Lienhard entdeckte seine Leidenschaft - die Musik - bereits in der Schule, wo er eine Band unter dem Namen "The College Stompers" gründete. Nach der Schule begann er ein Jura-Studium, welches er jedoch abbrach. Lienhard gründete ein Profi-Sextett, mit dem er zahlreiche Songs aufnahm. Der Aargauer nahm am Eurovision Song Contest mit dem Lied "Swiss Lady" teil und erreichte den 6. Platz. 

Pepe Linhard Swiss Lady

Pepe Linhard Swiss Lady

Niklaus Thut, Kriegsheld, aus Zofingen:

Der Niklaus-Thut-Brunnen ist das Wahrzeichen von Zofingen. Thut Brunnen Silvesterspiel.

Der Niklaus-Thut-Brunnen ist das Wahrzeichen von Zofingen.

Der Niklaus-Thut-Brunnen ist das Wahrzeichen von Zofingen. Thut Brunnen Silvesterspiel.

Niklaus Thut war Schultheiss von der Stadt Zofingen. Er verstarb am 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach, wo er als Bannerträger kämpfte. Der Legende nach soll er kurz vor seinem Tod das Zofinger Banner heruntergeschluckt und es so dem Zugriff der Eidgenossen entzogen haben. Heute schmückt Niklaus Thut den nach ihm benannten Brunnen in der Zofinger Altstadt.

Andy Hug, Kampfsportler, aus Wohlen AG:

Andy Hug war einer der erfolgreichsten Schweizer Kampfsportler.

Andy Hug war einer der erfolgreichsten Schweizer Kampfsportler.

Der Freiämter ist der erfolgreichste Aargauer Kampfsportler der Geschichte. Andy Hug gewann mehrere Meisterschaften im Kockboxen, Thaiboxen, Kyokushinkai und K-1. Er erkrankte um die Jahrtausendwende an Leukämie. Am 24. August 2000 erlag er letztlich der Krankheit. Er bleibt als einer der grössten Schwergewichtler in der Geschichte des Kickboxens in Erinnerung. Andy Hug wurde zum bestbezahlten Kickboxer weltweit, blieb aber immer bodenständig.

Albert Hofmann, Chemiker und Entdecker des LSD, aus Baden:

Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann hat LSD entdeckt

Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann hat LSD entdeckt

Albert Hofmann verstarb im April 2008 im Alter von 102 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Der Aargauer studierte an der Universität Chemie. Er entdeckte 1943 die Wirkung der heutigen Droge LSD, wofür er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Beispielsweise wurde er von einer Fachjury der britischen Tageszeitung "Guardian" im Jahr 2007 zum bedeutendsten lebenden Genie gewählt.

Werner Arber, Biologe und Nobelpreisträger, aus Gränichen:

Der Nobelpreis-Träger Werner Arber.

Der Nobelpreis-Träger Werner Arber.

Der heute 87-Jährige Werner Arber kam in Gränichen zur Welt und besuchte die Alte Kantonsschule Aarau. Später studierte er an der ETH Zürich Chemie und Physik, ehe er 1958 an der Universität Genf promovierte. Seit 1971 lehrte und forschte Werner Arber als Ordinarius für Molekulare Mikrobiologie am Biozentrum der Universität Basel, wo er später Präsident wurde. Im Jahr 1978 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Marie Heim-Vögtlin, erste Gynäkologin in Europa, aus Bözen:

1869 äusserte Marie Heim-Vögtlin den Wunsch, Medizin zu studieren

1869 äusserte Marie Heim-Vögtlin den Wunsch, Medizin zu studieren

Mit 23 Jahren äusserte die am 27. Oktober 1845 geborene Marie Vögtlin den Wunsch, Medizin zu studieren und Ärztin zu werden. Ein schweizweiter Skandal - waren zu diesem Zeitpunkt doch nur einige Ausländerinnen an der Universität Zürich für das Medizinstudium immatrikuliert. Doch Vögtlin liess sich nicht beirren und absolvierte als erste Schweizerin das Studium der Medizin. Zudem war sie Mitbegründerin des ersten Schweizer Frauenspitals und machte sich als europaweit erste Frauenärztin einen Namen. 1916 verstarb Vögtlin im Alter von 71 Jahren. 

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