Würenlos

«Fressbalken» wird «Freshbalken»: Autobahn-Raststätte wird für über 10 Millionen Franken aufgefrischt

Aus dem «Fressbalken» in Würenlos soll mit einem Ausbau bis Ende November der «Freshbalken» werden. Mit dem Umbau werden unter anderem zwei Rolltreppen, neue Steinböden sowie Holzdecken-Verkleidungen eingebaut. Die bekannte historische Fassade bleibt unverändert.

Vor gut zweieinhalb Jahren wechselte die Raststätte Würenlos – im Volksmund als «Fressbalken» bekannt – den Besitzer. Die beiden Brüder Abraham und Zacharias Oliver erwarben mit ihrer Bovida Real Estate AG die Liegenschaft. «Nach der Übernahme haben wir uns grundsätzliche Gedanken gemacht, wie man die bekannte Raststätte in neuem Glanz erstrahlen lassen kann», sagt Mitinhaber und Bovida-Geschäftsführer Zacharias Oliver. Die neuen Besitzer liessen von einem spezialisierten Büro eine entsprechende Analyse durchführen.

«Wichtig war dabei insbesondere die Befragung von Kunden, um auf deren Bedürfnisse und Wünsche eingehen zu können», erklärt er. Auf dieser Basis entstand anschliessend in der fast zwei jährigen Planungszeit ein konkretes Projekt mit verschiedenen Massnahmen. «Wir sind überzeugt, dass wir mit den zahlreichen Massnahmen aus der berühmten Raststätte einen modernen Mobilitätshub schaffen können, der den Ansprüchen des individuellen Personenverkehrs der Zukunft gerecht wird», sagt Oliver.

Umbau und Sanierung läuft bis Ende November

Inzwischen sind die ersten Baumaschinen aufgefahren, die Shopping-Raststätte wird bis Ende November «innen und aussen komplett erneuert, ausgebaut und markant verschönert», wie Oliver sagt. Bei der Auffrischung, die insgesamt über 10 Millionen Franken kostet, bleibt die bekannte historische Fassade jedoch unverändert. Mit dem Umbau werden unter anderem zwei Rolltreppen, neue Steinböden sowie Holzdecken-Verkleidungen eingebaut. Die Anlage wird rollstuhlgängig gemacht und behindertengerechte Parkplätze werden gebaut. Ein neues Beleuchtungskonzept im Innern und grosse Screens mit einer Fläche von rund 5×3 Metern sollen laut Oliver «in Zukunft für ein stimmungsvolles Einkaufserlebnis sorgen».

Auch bei den Geschäften, die auf der Raststätte Würenlos präsent sind, gibt es Änderungen. Zu den bestehenden Schweizer Marken wie Läderach, Christ oder Davidoff kamen bereits dieses Jahr neue Unternehmen wie Victorinox oder Nestlé (Nespresso und Cailler). Daneben gibt es seit kurzem den ersten Coiffeur auf einer Raststätte in Europa sowie einen neuen Blumenladen. Weitere Marken wie Globus, Bayard Mode oder Valora decken Bedürfnisse der Reisenden ab. Mit Travelex gibt es in Würenlos künftig eine weitere neue Dienstleistung. In der Filiale erhalten Kunden die Mehrwertsteuer jener Waren, die sie im Ausland gekauft haben, direkt und ohne Umwege am Schalter zurück.

Coop-Filiale und Marché- Angebot ab Frühling 2020

Im April 2020 folgt dann die Eröffnung der neuen Coop-Filiale mit einer Fläche von 500 Quadratmetern und einem breiten Angebot an Frischwaren. Gleichzeitig wird das Lebensmittel-Angebot weiter ausgebaut. So wird im Frühling 2020 ein weiteres Lokal von Marché beim Eingang in Richtung Zürich mit Aussenterrasse lanciert. Das neue frische Angebot gebe Kunden die Möglichkeit, sich unterwegs gesund und schnell zu stärken. Dazu passt der Spruch auf den Bautafeln, die versprechen, dass aus dem heutigen «Fressbalken» Würenlos bald ein «Freshbalken» werden soll. «Die Raststätte bietet mit einem einzigen Stopp alles für den täglichen Bedarf», sagt Zacharias Oliver.

Die Shopping-Raststätte Würenlos ist mit einer jährlichen Frequenz von rund 50 Millionen Fahrzeugen über die A1 und ungefähr 80 Millionen Personen ein aussergewöhnlicher Ort. Zum Vergleich: Der New Yorker Times Square besitzt eine Personenfrequenz von knapp 40 Millionen pro Jahr. Das Brückenrestaurant, das 1972 eröffnet wurde, ist schon bald ein halbes Jahrhundert alt. Damals war die Anlage die grösste über eine Autobahn gespannte Raststätte Europas. «Wir sind uns bewusst, dass die Liegenschaft schweizweit positiv bekannt ist», sagt Zacharias Oliver. Es sei ihnen ein wichtiges Anliegen, die neusten Trends und Standards im Verkauf und in der Gastronomie zu berücksichtigen «und so die Ansprüche der Kunden zu erfüllen und hoffentlich in einigen Punkten zu übertreffen».

Mehr Parkplätze und ein neuer Kinderspielplatz

Der Umbau der Aussenbereiche war laut Oliver ein wichtiger Fokus im Gesamtprojekt. «Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten ein urbanes Areal zu schaffen», erklärt er. Für Familien wird ein neuer, über 900 Quadratmeter grosser Spielplatz gebaut. Installiert werden altersgerechte und funktionelle Spielgeräte, eingefasst wird der Spielplatz für die Sicherheit der Kinder mit einer Holzumzäunung mit Bepflanzung. Von einer erhöhten «Eltern-Relax-Zone» sollen die Familien die spielenden Kinder immer im Blick haben und die Pause gemeinsam geniessen können. Bei den Eingängen der Raststätte entstehen weitere Erholungsbereiche.

Der Parking-Bereich wird erweitert, die Zahl der Parkplätze erhöht sich damit auf 560. Zudem wird ein neuer Park&Ride-Bereich mit rund 100 Parkplätzen angeboten. Ein neuer Event-Pavillon bietet die Möglichkeit, den Vorplatz für Anlässe zu nutzen. Die erste solche Veranstaltung ist das Eröffnungsfest der erneuerten Raststätte, das am 30. November stattfindet. Da die meisten Arbeiten nachts durchgeführt werden, bleiben alle Shops und Restaurantbetriebe während der ganzen Ausbau- und Erneuerungszeit geöffnet.

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