Coronavirus
Für einen Intensivpatienten braucht es sechs Pflegekräfte – und da liegt das Problem

Im Aargau liegen derzeit 26 Covid-Patienten auf der Intensivstation. Seit Oktober sind 35 Personen gestorben. Die meisten waren über 80 Jahre alt.

Noemi Lea Landolt
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Die Covid-Station des Kantonsspitals Baden.

Die Covid-Station des Kantonsspitals Baden.

zvg (Baden, März 2020

Der Kanton Aargau meldet für Donnerstag 457 neue Coronafälle und einen neuen Todesfall. Seit dem 1. Oktober sind 35 Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, verstorben. Sie waren im Schnitt 83 Jahre alt, wie die Statistik des Kantons zeigt. 14 Personen waren zwischen 80 und 89 Jahre alt. 10 Personen waren über 90. Eine Person war jünger als 59 Jahre. 20 Personen sind im Spital gestorben, 10 im Pflegeheim und eine Person zuhause. Bei vier Personen ist der Todesort nicht bekannt.

Am Donnerstag waren 132 Covid-Patienten im Spital; eine Person weniger als am Mittwoch. Auf den Intensivstationen wurden 26 Patientinnen behandelt (+2). Die Spitäler meldeten am Donnerstag eine Restkapazität von 14 Betten auf den ­Intensivstationen. Das sind 9 weniger, als sie am Mittwoch ausgewiesen haben. Laut Gesundheitsdepartement handelt es sich um normale Tagesschwankungen. Die Spitäler halten Betten nicht auf Vorrat frei, und Intensivpflege brauchen nicht nur Covid-Patienten, sondern auch andere Patientinnen, beispielsweise nach einem Unfall oder einer Operation.

Für die Planung der Betten sind die Spitäler zuständig. Im Westaargau erfolgt die Planung durch das Kantonsspital Aarau (KSA), im Ostaargau durch das Kantonsspital Baden (KSB). KSA und KSB dürfen Spitälern in ihrer Region leichtere Fälle zuweisen. Ziel ist es, dass die Regionalspitäler die Spitäler mit Intensivstation entlasten.

Genug Betten und Geräte – aber zu wenig Personal?

Es geht aber nicht nur um genügend Betten. Es braucht auch genügend Personal, das sich um die Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen kümmern kann. Das ist mit ein Grund, weshalb einige Spitäler begonnen haben, gewisse Operationen zu verschieben, damit zum Beispiel Anästhesisten auf der Intensivstation einspringen können. Markus Schwendinger, Chefarzt Notfall- und Intensivmedizin am KSB, sagte gegenüber «SRF» denn auch: Limitiert seien nicht der Raum oder die Beatmungsgeräte, sondern das Personal. Für die Behandlung eines Covid-Patienten auf der Intensivstation brauche es bis zu sechs Pflegende.

Für Barbara Hürlimann, Leiterin der kantonalen Abteilung Gesundheit, klingt diese Zahl plausibel. «Die Behandlung von Covid-19-Patienten ist personalintensiv.» Wie viele Mitarbeitende für die Pflege von Intensivpatienten zur Verfügung stehen, kann Hürlimann nicht sagen. Die beiden Kantonsspitäler könnten auch Personal von anderen Spitälern anfordern.