Oftringen

Gault-Millau-Koch haucht Landgasthof neues Leben ein: «Ich habe eine Hundekarte kreiert»

Liebt frische, einheimische Produkte: Daniel Pittet, Geschäftsführer und Küchenchef im Bad Lauterbach

Liebt frische, einheimische Produkte: Daniel Pittet, Geschäftsführer und Küchenchef im Bad Lauterbach

Sternekoch Daniel Pittet hat den Oftringer Landgasthof Lauterbach als Küchenchef und Geschäftsführer übernommen.

Der Landgasthof Bad Lauterbach bei Oftringen ist über die Region hinaus ein beliebtes Ausflugsziel, seit Oktober 2018 stand er jedoch leer. Nun will der Walliser Sternekoch Daniel Pittet dem Restaurant zu neuem Glanz verhelfen.

Herr Pittet, zuletzt standen Sie als Küchenchef in der Küche des «Kreuzes» in Egerkingen, zuvor waren Sie in vielen Punkte- und Sterne-Restaurants tätig. Wie sind Sie auf das Bad Lauterbach aufmerksam geworden?

Pittet: Durch einen guten Bekannten, der bereits im Bad Lauterbach involviert war und mir erzählte, dass es nicht so lief, wie er sich das wünschte. Wir sind dann zusammen hingefahren, und ich war sofort sehr angetan von der Idee, hier anzufangen.

Welche gastronomischen Pläne verfolgen Sie nun konkret im Bad Lauterbach?

Grundsätzlich werden nur saisonale Produkte aus der Schweiz verwendet, wenn möglich aus der Region, das ist mir sehr wichtig. Zudem mache ich alles selber, was man selber machen kann, mit Ausnahme des Brotes, das schaffe ich nicht, wir sind nur zu zweit in der Küche. In der Jägerstube offerieren wir wöchentlich drei verschiedene Mittagsmenüs. Das Rustico ist ein Grillrestaurant, da steht abends Schweizer Fleisch mit frischen Beilagen im Zentrum. In der Walliserstuba ist Käse Trumpf, den ich, wie es sich gehört für einen Walliser, selber im Wallis produziere. Im Gourmet-Stübli ziehe ich alle Register der raffinierten Küche auf gehobenem Niveau in gemütlich-edlem Ambiente.

Sind Punkte und Sterne ein erklärtes Ziel von Ihnen im Bad Lauterbach?

Als Koch, der seine Sporen abverdient, waren mir Punkte und Sterne sehr wichtig. Als junger Koch habe ich von 2001 bis 2004 in Visp ein eigenes Lokal geführt. Ich startete mit 12 GaultMillau-Punkten, nach drei Jahren waren es 15. Das war schon befriedigend, aber auch Stress, denn der Druck ist gross und wer einen Punkt verliert, gilt schnell als Absteiger. Heute finde ich es entscheidender, dass der Gast einen schönen Abend erlebt, sich freut über das Essen und glücklich nach Hause geht. Und natürlich wiederkommt.

Wir haben gehört, Sie hätten sogar eine spezielle Speisekarte für den Hund? Ist das ein Scherz?

Nein, das ist bestimmt kein Scherz. Sehen Sie, der Hund ist heute für viele Besitzer viel mehr als ein Haustier, er ist ein Freund, ein Wegbegleiter, ja fast ein Familienmitglied geworden. Dazu kommt, dass viele Restaurants eher hundefeindlich sind. Da dachte ich mir, ich kreiere eine Hundekarte und signalisiere damit: Hunde willkommen! Wir haben sogar selbst gemachte Hundeglace und naturbelassenes Geräuchertes aller Art zum Kauen für die Vierbeiner.

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