Regierungsratswahlen

«Gegen den Abbauwahn»: Gleich drei Juso-Frauen mischen den Wahlkampf auf

Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf.

Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf.

Mia Gujer, Ariane Müller und Mia Jenni: So heissen die drei neusten Regierungsrats-Kandidatinnen. Alle drei treten für die Juso Aargau an. Die Dreifach-Kandidatur hat mehrere Gründe.

Mit Franziska Roth (SVP), Maya Bally (BDP) und Ruth Jo. Scheier (GLP) wollen bereits drei bürgerliche Frauen den Regierungsratssitz der abtretenden Susanne Hochuli (Grüne) erben. Nun erhalten sie Konkurrenz aus dem Lager der Juso Aargau: Mit Mia Gujer (22), Ariane Müller (23) und Mia Jenni (21) haben gleich drei Frauen dasselbe im Sinn. 

Die Juso-Mitgliederversammlung vom 11. August hat die drei jungen Frauen bereits für die Regierungsratswahlen vom 23. Oktober nominiert. Was hat sie zu dieser aussergewöhnlichen Nomination motiviert? "Die Kandidaturen von drei bürgerlichen Frauen bewegen uns unter anderem zu diesem Schritt", sagt Mia Gujer. 

Die Präsidentin der Juso Aargau schiebt deutliche Worte nach: "Sie und ihre Parteien disqualifizierten sich nicht zuletzt durch ihre konsequente Abbaupolitik bereits vor dem Regierungsratswahlkampf von einer vertretbaren Kandidatur."

"Regierung mit Männermehr kaum hinterfragt"

Das ist allerdings nicht der einzige Grund für die Nomination des Trios. "Das Aargauer Wahlvolk hat dieses Jahr die Möglichkeit, das Parlament mit fünf linken Köpfen zu füllen und damit dem Abbauwahn endlich ein Ende zu setzen", wird Arianne Müller in der Medienmitteilung zitiert. Und Mia Jenni: "Die momentane Situation im Kanton Aargau ist ein bezeichnendes Beispiel von mangelnden Frauen in der Politik."

"Eine Diskussion darüber gibt es nicht. Das ist ein Armutszeugnis für den Kanton", kritisiert auch Mia Gujer. Das Mit der dreifachen Kandidatur wollen sie "ein Zeichen setzen". "Wir würden gern den Spiess umdrehen", sagt Gujer zur möglichen Frauenpower in der Aargauer Regierung, die sich zurzeit aus vier Männern und einer Frau zusammensetzt. SP-Regierungsrat Urs Hofmann als einen der vier Männer in der Exekutive will sie damit keineswegs angreifen. "Er leistet sehr gute Arbeit für den Kanton Aargau." 

Nebst Urs Hofmann, SP-Nationalrätin Yvonne Feri und dem Grünen-Grossrat Robert Obrist stehen bereits drei linke Kandidaten zur Wahl. Mit der Trio-Kandidatur ermöglicht es die Juso nun linken Wählern, nur Kandidaten von SP und Juso Wahlzettel zu schreiben. 

Urs Hofmann werden grosse Wahlchancen eingeräumt. Aber Yvonne Feri könnte von dieser dreifachen Kandidatur profitieren, indem ihre Gegnerinnen und Gegner weniger Stimmen erhalten, wenn gerade linke Wähler so auf die Wahl von Mitte-Kandidatinnen oder -Kandidaten verzichten. Gujer räumt allerdings ein, keine solchen taktischen Überlegungen gemacht zu haben. "Wir sind uns auch bewusst, dass wir geringe Wahlchancen haben", sagt sie. 

Die Ziele

Die Juso-Frauen machen auch gleich klar, welche politischen Ziele sie verfolgen: 

  • Alle Steuersenkungen seit 2012 sollen rückgängig gemacht werden. 
  • Eine höhere Vermögenssteuer soll eingeführt werden. Dafür hat die Juso im Juni die Millionärs-Initiative eingereicht. Vermögen von über zwei Millionen Franken sollen mit einem Prozent besteuert werden. Aktuell ist es weniger als ein halbes Prozent. Konkret würde das beispielsweise bei einem Vermögen von 10 Millionen bedeuten, dass man 41'801 Franken statt 20'480 Franken abliefern müsste. 
  • Der Leistungsabbau in der Bildung soll rückgängig gemacht werden. 
  • Flüchtlingen und Asylsuchenden sollen Bildung gratis ermöglicht werden. Die Kosten soll der Kanton übernehmen. 
  • Für leerstehende Liegenschaften soll eine Steuer erhoben werden (Leerstandssteuer). 
  • Stimmrechtsalter 16 und ein Ausländerstimmrecht. 

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