Pandemie
Geschlossene Küchen und fehlende Praxis: Corona trifft Kochlehrlinge besonders hart

Ihre Betriebe sind geschlossen, die Übung fällt weg. Im Sommer stehen wieder Abschlussprüfungen an. Doch den jungen Berufsleuten fehlt die praktische Erfahrung in der Küche.

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Im Sommer stehen die Abschlussprüfungen wieder an. Wo sonst in Küchen dampfende Köche zu sehen sind, herrscht nun Dunkelheit und Leere. Viele Betriebe mussten coronabedingt vorübergehend schliessen. Den Kochlehrlingen fehlt, laut einem Beitrag von TeleM1, schon über ein halbes Jahr praktische Ausbildung.

In der Schulküche von Gastro Aargau in Lenzburg dürfen die angehenden Köche weiterhin arbeiten. Auch Sascha Pernet übt dort sein Können. Der Lehrling macht seine Ausbildung eigentlich in der Krone in Aarburg. Er ist im dritten Lehrjahr. «Man fühlt sich unterdrückt, weil man nicht dem Beruf nachgehen kann, den man gerne macht», erzählt Pernet. Sein Chef, Bruno Lustenberger, meint, die Coronakrise treffe Lehrlinge besonders hart.

Konzept soll erarbeitet werden

Lustenberger ist auch der Präsident von Gastro Aargau. Es braucht zusätzliche Kurse, damit die jungen Berufsleute trotzdem genug Praxis-Erfahrung sammeln können, meint er. In der momentanen Situation gestalte es sich schwierig, irgendeine Ausbildung zu machen. «Was auch fehlt, ist der Stress (des Küchenalltags?), aber den kann man nicht simulieren», ergänzt Lustenberger.

Ob die Abschlussprüfungen stattfinden ist unklar

Um die Lehrlinge bestmöglich zu unterstützen, werde mit dem Kanton zusammen ein Konzept erarbeitet. Im ersten Schritt werden die vorhandenen Bildungslücken lokalisiert, erzählt Matthias Kunz von der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule AG. In einem zweiten Schritt könnten leerstehende Betriebe angemietet werden. Kunz erklärt: «Dort könnte man die Lernenden zusammenziehen und sie gesammelt in ihren Fachbereichen schulen.»

In der Zwischenzeit übt der 18-jährige Sascha Pernet fleissig zuhause. Es sei nicht dasselbe, denn häufig würden Instrumente fehlen: «Man muss halt einfach erfinderisch sein», meint er.

Ob und in welchem Rahmen die diesjährigen Lehrabschlussprüfungen stattfinden werden, ist unklar. Der Kanton möchte Mitte Januar einen Entscheid fällen. (wue)