Schloss Wildegg

Giezendanner schlüpft ins Panzerhemd aus der Schlacht gegen das Osmanische Reich

An der Eröffnung der neuen Ausstellung «Ein Effinger im Kampf für Kaiser Leopold I.» schlüpft der Grossratspräsident ins Panzerhemd des Effingers, der an der Schlacht zur Befreiung Wiens gekämpft hatte.

Grossratspräsident Benjamin Giezendanner (SVP) steht geduldig in der Eingangshalle von Schloss Wildegg und lässt sich einkleiden: hieb- und stichfester Waffenrock aus Hirschleder, edle Handschuhe, Pappenheimer Helm, dazu Schwert und Radschlosspistole. Damit ist er so gerüstet, wie es der Wildegger Schlossherr Bernhard Effinger (1658–1725) war, als er an der Seite von Kaiser Leopold I. im Jahre 1683 an der Schlacht zur Befreiung Wiens teilnahm.

Giezendanner zeigte sich beeindruckt von Uniform und Ausrüstung der damaligen Offiziere. Besonders angetan hatte es ihm die ausgeklügelte Mechanik der Radschlosspistole, damals eine brandneue Waffe, die von der Kavallerie benutzt wurde. Giezendanner legte sich auch ein einfaches Panzerhemd des damaligen Fussvolks an und stellte gleich einen Bezug zur Aktualität her: «Ich glaube, im Moment könnte Finanzminister Markus Dieth das Panzerhemd auch ganz gut brauchen», sagte der Grossratspräsident in Anspielung auf die harschen Reaktionen auf die angekündigten Sanierungsmassnahmen.

Ein Effinger kämpft in Wien

Marco Castellenata, Direktor beim Museum Aargau, hatte Giezendanner aus aktuellem Anlass aufs Schloss Wildegg eingeladen. Es schien ihm passend, den höchsten Aargauer bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung «Ein Effinger im Kampf für Kaiser Leopold I.» dabei zu haben, heisst doch das Jahresmotto des Museum Aargau «Kaiser, Könige und Königin».

Die Sonderausstellung auf der Wildegg erzählt die Geschichte des Schlossherrn Bernhard Effinger, der auszog und erfolgreich an der Schlacht zur Befreiung Wiens gegen das Osmanische Reich teilgenommen hat. Er kämpfte in der schweren Reiterei im Regiment von Hallwyl. Effinger kehrte zwar verwundet, aber mit wertvollen Schätzen heim. Das prachtvoll verzierte Panzerhemd, Armschienen und ein Krummsäbel bilden denn auch die Kernstücke der Sonderausstellung.

Die Familie Effinger hielt das erbeutete Panzerhemd wie eine Trophäe, die von Taten und Ruhm ihres Vorfahren zeugt. Gut sichtbar wurde das kostbare Hemd für alle Besucher in der Eingangshalle präsentiert.

Später wurde es eher lieblos in einem Schrank im Festsaal deponiert. Jetzt ist es zurück an der Öffentlichkeit, frisch konserviert, hell inszeniert und auf eine Büste aufgezogen.

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