Unternehmenspreis 2015

Gold für Steine und Weine: Gewerbeverband und AKB zeichnen innovative Firmen aus

Am Donnerstagabend wurde im Tägerhard in Wettingen in verschiedenen Kategorien der Unternehmenspreis des Jahres an innovative Aargauer Unternehmen vergeben.

Am Vorabend des Tags der Arbeit feierten sich am Donnerstag im Tägerhard in Wettingen die Unternehmer: Vor einer Rekordkulisse von über 700 Gästen wurden am 10. Wirtschaftstag zum 9. Mal Preise in verschiedenen Kategorien an innovative Aargauer Unternehmen vergeben.

Mit dabei war auch wieder Rudolf Dellenbach, CEO der Aargauischen Kantonalbank (AKB), der vor einem Jahr eigentlich mit einem Pokal verabschiedet worden war.

Nachdem die Nachfolgeregelung bei der AKB im letzten Jahr scheiterte, habe Dellenbach «den Pokal nach kurzer Zeit wieder zurückgebracht», scherzte Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbands. «Es freut mich, dass wir die Preise wieder zusammen verleihen dürfen. Du darfst beliebig lange bleiben.»

Vor der Preisverleihung war allerdings noch Niklas Baer mit einer sehr ernsten Thematik an der Reihe: «Macht uns die Arbeit krank?», fragte Schmid, als er den Leiter der Fachstelle für Psychiatrische Rehabilitation der Psychiatrie Basel-Landschaft auf die Bühne bat.

Eine klare Antwort auf diese Frage konnte Baer wenig überraschend nicht liefern. Es sei schon so: psychisch bedinge Arbeitsprobleme hätten rasant zugenommen.

So stieg die Zahl der IV-Renten aus psychischen Gründen laut Baer in den letzten 26 Jahren um 400 Prozent.

Aber Baer zitierte auch eine andere Statistik: Bei einer Befragung von 1000 IV-Rentnern zeigte sich, dass etwa die Hälfte von ihnen bereits vor dem 15. Altersjahr psychisch zum ersten Mal erkrankt waren.

Baers Fazit: Die meisten kommen schon mit Verletzlichkeiten in den Arbeitsmarkt rein. Er sage dies auch «zur Entlastung der Arbeitgeber, die häufig denken, sie seien Schuld an den Problemen.»

Es zeige sich, dass Patienten, die in einem Erwerbsstatus seien, sich im Schnitt weniger lang in Behandlung befänden und schnellere Fortschritte erzielten. Für Baer ist denn auch klar: «Es gibt wohl kaum etwas, das für die psychische Gesundheit dermassen zentral ist wie die Erwerbstätigkeit.»

Als wichtig für die Erhaltung von Arbeitsplätzen erachtet der Fachmann eine bessere Zusammenarbeit zwischen Psychiatern und Arbeitgebern. «Man ist sich noch zu fremd.»

Da trifft es sich gut, dass der AGV die Problematik zum Jahresthema gewählt hat. «Wir werden das sicher noch vertiefen», sagte Schmid, bevor AKB-Kommunikationschefin Ursula Diebold die Bühne für die Verleihung der Unternehmenspreise übernahm.

In der Kategorie Kleinstunternehmen bis 9 Mitarbeitende gewann den mit 10'000 Franken dotierten Preis die Steinbruch Mellikon AG, vor der Steigmeier Akustik und Bauphysik GmbH aus Baden und der Wehrli Weinbau AG aus Küttigen.

Der Steinbruch Mellikon sei mehrmals durch die Stiftung «Natur und Wirtschaft» für seine ökologisch wertvollen Naturarbeiten ausgezeichnet worden, lobte die Jury unter anderem.

Der Steinbruch-Mellikon-Geschäftsführer selbst strich als Prunkstück seines Betriebs die «Topmoderne Anlage zum Abfüllen von Stein- und Lärmschutzkörben» hervor.

In der höheren Gewichtsklasse, der Kategorie Industrie- und Produktionsunternehmen bis 250 Mitarbeitende gewann die Samuel Werder AG aus Veltheim. Die Recycling Energie AG aus Nesselnbach wurde zweite, die Alb Lehmann Lindmühle AG aus Birmenstorf dritte. Das Familienunternehmen in der zweiten Generation hat sich als Zulieferer anspruchsvoller Dreh- und Frästeile für die Hightechindustrie spezialisiert – und leidet damit natürlich auch unter der Euroschwäche.

Geschäftsführer Claude Werder zeigte sich auf der Bühne aber vorsichtig optimistisch: Die Samuel Werder AG müsse zwar automatisieren und rationalisieren, sie werde dem Werkplatz Schweiz aber die Treue halten.

In der Kategorie Dienstleistungs- und Handelsunternehmen schliesslich landete die Schüwo AG auf dem ersten Platz, vor der Daru-Wache AG aus Riniken und der Tierkrematorium Seon AG.

Die Wohler Firma führe das grösste Gesamtsortiment der Schweiz mit 2000 Weinen, 1000 Spirituosen, 500 Bieren und unzähligen Softdrinks, so die Jury. Und zusätzlich zum Check über 10‘000 Franken gab’s noch eine Flasche Champagner obendrauf.

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