Rund 400 000 Menschen in der Schweiz können bei voller Beschäftigung nicht vom Lohn ihrer Arbeit leben. Dies schreibt der Aargauische Gewerkschaftsbund in seiner heutigen Medienmitteilung zum 1.Mai.

Selbst Werktätige mit einem Lehrabschluss verdienten immer weniger und Frauen würden bei der Entlöhnung immer noch diskriminiert.

Der Aargauische Gewerkschaftsbund ruft zur Solidarität mit den Betroffenen am 1. Mai auf. Im Aargau werden aus diesem Anlass an acht verschiedenen Orten Kundgebungen stattfinden.

Faire Löhne, bessere Rente

Der Druck auf die unteren Schichten aber auch auf die Mittelschicht werde zunehmend stärker. Im Zuge der fortschreitenden Privatisierung werde eine immer grössere Anzahl Menschen werde ins Prekariat gestossen, während eine «selbsternannte Elite von Abzockern» sich weiter rücksichtslos bereichere.

Um dem Trend einer Umverteilung «von unten nach oben» die Stirn bieten, müsse die «Abzockerei» gestoppt und gerechte Löhne geschaffen werden, schreibt der Aargauische Gewerkschaftsbund weiter. Die Basis dazu lege die 1:12-Initiative sowie die Mindestlohninitiative.

Kantonale Initiative

Zusätzlich zu den beiden nationalen lancierten die Aargauer Gewerkschaften die kantonale Initiative «Arbeit und Weiterbildung».

Sie setzt sich für Massnahmen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und einer raschen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Zudem sollen Investitionen in Bildung und Gesundheit getätigt werden und mit der familienergänzenden Kinderbetreuung «endlich vorwärts gemacht werden».

Kundgebungen und Feste im Aargau

Ihre Solidarität zum Ausdruck bringen können Arbeitnehmende am Tag der Arbeit im Aargau an insgesamt acht Kundgebungen: Am Dienstag in Schöftland sowie am Mittwoch in Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Lenzburg, Rheinfelden und Zofingen.

Prominentester Redner ist Paul Rechsteiner (im Bild), SGB‐Präsident und Ständerat, der gleich an den beiden grossen Maifeiern in Aarau und Baden auftritt.

Grossrat Kurt Emmenegger, Präsident des Aargauischen Gewerkschaftsbundes spricht an der Vorabendfeier in Schöftland.

Lea Gül, die in Küttigen aufgewachsene Co‐Generalsekretärin der SP Schweiz, spricht in Aarau.

Max Chopard‐Acklin und Yvonne Feri in Lenzburg und Cédric Wermuth in Brugg vertreten die Aargauischen Nationalratsvertretung, die von der baselländischen Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer in Rheinfelden ergänzt wird.

Gleich zwei Herausforderinnen für einen Stadtratssitz, Lotty Fehlmann Stark (in Aarau) und Rahela Syed (in Zofingen) präsentieren sich der Bevölkerung. (mb)