Neujahrsapéro

Illustre Gäste und ein Gewerbe-Ja zur Steuerreform mit Vorbehalt

Der Aargauische Gewerbeverband und die Neue Aargauer Bank luden zum Neujahrsapéro ins Kultur- und Kongresshaus Aarau ein – und weit über 600 Gäste kamen.

Der Neujahrsapéro des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV) in Zusammenarbeit mit der Neuen Aargauer Bank (NAB) im Kultur- und Kongresshaus in Aarau gehört zu den festen Ritualen im Aargau. In seinen Anfängen wurde er von der Kantonsregierung zwar kaum beachtet. Das hat sich geändert. Wäre Landstatthalter Alex Hürzeler nicht an Grippe erkrankt, hätte die Regierung gestern Abend durch Vollzähligkeit geglänzt.

AGV-Präsident Kurt Schmid durfte unter den weit über 600 Gästen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Politik begrüssen, darunter den designierten Grossratspräsidenten Benjamin Giezendanner, die Nationalräte Sylvia Flückiger, Thomas Burgherr und Hansjörg Knecht (alle SVP), Thierry Burkart (FDP) und Ruth Humbel (CVP).

Weiter begrüssen konnte er Spitzenvertreter aus der Wirtschaft (vorab Handelskammer-Präsident Daniel Knecht und natürlich die Spitze der NAB), Vertreter der kantonalen und kommunalen Politik (darunter Gemeindeammännerpräsidentin Renate Gautschy), Vertreter der Gerichte, der Bildung (darunter FHNW-Präsident Crispino Bergamaschi), dem Gesundheitswesen, der Verwaltung und natürlich Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher KMU.

Es ging aber mehr als darum, gesehen zu werden. Schmid erklärte zur Unternehmenssteuerreform III, über die am 12. Februar abgestimmt wird, leider sage die Regierung nicht, wie sie die Reform umsetzen wolle. Der Vorstand empfiehlt die Vorlage gleichwohl mit 12 : 5 bei 2 Enthaltungen zur Annahme. Der AGV würde aber das Referendum ergreifen, wenn die KMU bei der kantonalen Umsetzung einen Nachteil erfahren sollten, so Schmid weiter.

Das wäre offenkundig dann der Fall, wenn die Regierung die Dividendenbesteuerung von 40 auf 60 Prozent anheben sollte. Den neuen Aargauer Finanzausgleich und die neue Aufgabenverteilung unterstützt der AGV erwartungsgemäss nicht. Als zu einschränkend lehnt er auch die Initiative gegen den Lehrplan 21 ab.

Der neue CEO der NAB, Roland Herrmann, prophezeite, dass Brexit, Donald Trump und die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative uns auch 2017 intensiv beschäftigen. Bezüglich wirtschaftlicher Konjunktur erwartet er leichte Aufhellungen, den Euro über 1,10 zu erwarten, sei unrealistisch. Wenn das Umfeld so bleibe, werde die NAB keine Negativzinsen einführen. Er hat drei Wünsche: Ein gutes Wirtschaftsumfeld, man solle bereit sein für Veränderungen, und die Chance der Digitalisierung nutzen. Wenn all dies gelinge, «stehen wir vor einer sehr erfolgreichen Zukunft».

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