Coronavirus

In 11 Wochen zur Pflege-Assistenz: Kanton Aargau und Rotes Kreuz starten Intensiv-Lehrgang für Freiwillige

Freiwillige können nun mithelfen, eine Überlastung des Aargauer Gesundheitswesens zu verhindern. (Foto: Keystone)

Freiwillige können nun mithelfen, eine Überlastung des Aargauer Gesundheitswesens zu verhindern. (Foto: Keystone)

Damit es zu keinen personellen Engpässen beim Pflegepersonal kommt, ergreifen der Kanton und das Schweizerische Rotes Kreuz vorsorgliche Notfallmassnahmen. Ein Intensiv-Ausbildungskurs zum «Pflegehelfenden SRK» wird lanciert.

Das Personal in Spitälern, Pflegeheimen und der Spitex arbeitet derzeit unter enorm hohen Druck. Je nach dem wie sich die Coronavirus-Pandemie weiterentwickelt, kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Bedarf an Pflege in den nächsten Wochen die vorhandenen Ressourcen übersteigt, schreibt der Kanton am Montag in einer Mitteilung. 

Als vorsorgliche Massnahme habe der Kanton Aargau nun in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) einen Intensiv-Lehrgang «Pflegehelfer/-in SRK» lanciert. Freiwillige könnten so mithelfen, eine Überlastung des Aargauer Gesundheitswesens zu verhindern.

Das Konzept des Intensiv-Lehrgangs baue auf dem bewährten Konzept der Ausbildung «Pflegehelfer/-in SRK» auf. Nur dass die Lerninhalte in drei Wochen statt über mehrere Monate vermittelt würden. Die ausgebildeten Pflegehelfenden könnten grundsätzlich in allen Bereichen des Gesundheitswesens zur Unterstützung des Fachpersonals eingesetzt werden. Damit sollen mögliche personelle Engpässen bei Ausfällen von Pflegefachpersonal überbrückt werden.

«Es ist wichtig, dass wir jetzt die Ressourcen in der Pflege erweitern, um die Grundversorgung in den stationären ebenso wie in den ambulanten Einrichtungen sicherzustellen», sagt Kantonsärztin Yvonne Hummel, Leiterin des Kantonsärztlichen Diensts. Davon sei auch Regula Kiechle, Geschäftsführerin des SRK Kanton Aargau, überzeugt: «Es geht darum, dass wir die für die Pflegehilfe geeigneten Personen rasch finden und in diesem neuen Intensiv-Lehrgang ausbilden können.»

Kantonsärztin Yvonne Hummel appelliert an die Aargauer Bevölkerung.

Der kompakte Lehrgang beinhaltet neben Theorie auch praktische Übungen der Pflege und Betreuung. Er dauert insgesamt drei Wochen. Nachdem die Auszubildenden die erforderlichen Prüfungen bestanden haben, folgt ein achtwöchiger praktischer Einsatz in einem Pflegeheim, in der Spitex oder in einem Akutspital. Nach Abschluss der theoretischen und der praktischen Ausbildung erhalten die Auszubildenden das Zertifikat als «Pflegehelfer/-in SRK», das auch nach der Corona-Krise schweizweit gültig ist. Die Kurskosten werden vom Kanton getragen.

Der erste Kurs dauert vom 20. April bis zum 8. Mai 2020, danach folgt der praktische Einsatz vom 11. Mai bis zum 26. Juni 2020.

Meistgesehen

Artboard 1