Während immer mehr Aargauer Gemeinden zum Wassersparen aufrufen, ist Wasserknappheit in der Region Aarau kein Thema. Im Moment werden im neuen Wasserreservoir Gönhard in Aarau die Beschichtungsarbeiten in den Reservoirkammern abgeschlossen, danach beginnen die Rohrinstallationen im Schieberhaus. Zum Schluss erfolgen die Überdeckungsarbeiten. Nächsten Frühling soll das Reservoir im Gönhardwald fertig sein.

Es ist eines der grössten im Kanton Aargau und eine wichtige Investition in die Zukunft der regionalen Wasserversorgung. «Das neue Reservoir hilft, die Trinkwasserversorgung in Aarau und näherer Umgebung für die nächsten Generationen sicherzustellen», teilt Eniwa, der regionale Energie- und Wasserversorger, mit.

Das Reservoir wird von zwei Seiten mittels Grundwasserpumpwerken aus dem Aare- und Suhrestrom gespeist. Es hat eine Kapazität von 9500 Kubikmetern. Das würde ausreichen, um 59 000 Badewannen zu füllen. Eine enorme Menge. Und doch sei sie schnell aufgebraucht, schreibt Eniwa. An einem durchschnittlichen Werktag verbraucht die Aarauer Bevölkerung nämlich rund 7900 m3 Wasser.

Darunter fällt der Verbrauch der öffentlichen Brunnen, der Bewässerungsanlagen sowie das Wasser für Industrie, Büros, Gewerbe und Haushalte. Weitere rund 3500 m3 sind als Stör- und Löschwasserreserve vorgesehen und werden im Reservoir zurückgehalten. Das neue Reservoir wird sich also täglich ein- bis zweimal leeren.

Angst, dass das Wasser für die Versorgung der Region nicht reichen könnte, hat Eniwa nicht. «In der Region Aarau steht es um die Wasserversorgung trotz Hitzesommer nach wie vor gut», heisst es in der Mitteilung. Gemäss Konzession kann Eniwa bis zu 23  760 m3 Trinkwasser pro Tag bereitsstellen. Aktuell würden in Aarau aufgrund des erhöhten Bedarfs wegen der heissen Temperaturen und Trockenheit täglich zwischen 8000 und 12 000 m3 gefördert.

Im Notfall Wasser für Suhr, Buchs und Oberentfelden

Eniwa versorgt neben Aarau auch die Gemeinden Küttigen, Unterentfelden und Wöschnau mit Trinkwasser. Die Gemeinde Erlinsbach kann bei Bedarf ebenfalls jederzeit aus dem Netz Wasser beziehen. In Notfällen bestehen zudem Vereinbarungen für Wasserlieferungen an Oberentfelden, Buchs und Suhr. Während der Bauarbeiten am Eppenberg-Bahntunnel musste das Grundwasserpumpwerk in Schönenwerd temporär stillgelegt werden. Während dieser Zeit wurden auch die Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach und Eppenberg vorübergehend mit Trinkwasser aus dem Eniwa-Netz versorgt.

Sobald das neue Reservoir in Betrieb ist, werden die drei alten ausser Betrieb genommen und zurückgebaut. Sie wären alle sanierungsbedürftig. Das älteste hat Baujahr 1899. 2014 wurde deshalb beschlossen, ein neues, grösseres Reservoir zu bauen und die drei bisherigen aufzuheben. Mit dem Neubau wird die Kapazität von heute 7000 m3 auf 9500 m3 erhöht.