Coronavirus

Infektiologie-Chefarzt warnt: Die Intensivstation in Aarau könnte schon in zwei Wochen voll sein

Christoph Fux Chefarzt Infektiologie am KSA: «Das Spital kann nur sehr beschränkt kompensieren, was die Bevölkerung durch Fehlverhalten anrichtet.»

Christoph Fux Chefarzt Infektiologie am KSA: «Das Spital kann nur sehr beschränkt kompensieren, was die Bevölkerung durch Fehlverhalten anrichtet.»

Christoph Fux warnt vor einer drohenden Überlastung mit Covid-19-Patienten. Aktuell betreibt das KSA 23 Intensivbetten. Die Zahl kann höchstens auf 40 aufgestockt werden.

Aktuelle Lage 264 laborbestätigte Coronafälle meldet der Kanton für Montag – das sind gut dreimal so viele wie vor einer Woche, damals wurden am Montag nur 87 Neuinfektionen registriert. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten, die wegen eines schweren Verlaufs im Spital behandelt werden müssen, steigt im Aargau. Am Montag waren 58 Personen wegen einer Corona-Erkrankung hospitalisiert, davon wurden 13 auf einer Intensivstation behandelt.

Die Restkapazität an Intensivbetten in den Aargauer Spitälern gibt der Kanton momentan mit 22 an. Das Kantonsspital ­Baden (KSB) hatte schon am Montag die erste Eskalationsstufe aktiviert und die Zahl der Intensivpflegeplätze von zehn auf zwölf erhöht. Innerhalb der bestehenden Infrastruktur könnte das KSB maximal 19 Intensivbetten betreiben. Mit der Unterstützung der Armee, die weitere Beatmungsgeräte liefern würde, wäre in Baden eine Verdoppelung auf 38 Plätze möglich.

Chefarzt rechnet mit massiv mehr Spitaleinweisungen

Im Kantonsspital Aarau lagen am Montag drei Covid-19-Patienten auf der Intensivstation. Das sind noch relativ wenige, doch die Belegung könnte sich laut Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie, rasch erhöhen. «Aktuell verdoppeln sich die Fälle in weniger als einer Woche», sagt Fux zur derzeitigen Lage. Und er rechnet vor: «Ist die Intensivstation heute zu einem Viertel voll, dauert es zwei Wochen und dann haben wir kein Bett mehr.»

Das KSA betreibe ak­tuell 23 Intensivbetten und könne diese Zahl auf höchstens 40 aufstocken. Dabei müsste aber kontinuierlich die Operationskapazität reduziert werden. Bei den aktuellen Zahlen mit vielen positiven Tests – schweizweit lag der Anteil der positiven Resultate am Montag bei gut 28 Prozent– geht der Infektiologe von einer starken Durchseuchung der Bevölkerung aus. Das werde sich in den Hospitalisationszahlen niederschlagen, sagt Fux und hält fest: «Das Spital kann nur sehr beschränkt kompensieren, was die Bevölkerung durch ihr Fehlverhalten anrichtet.» 

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