Neues Pflichtfach

Informatik an Kantis: «Vertieftes Grundwissen unverzichtbar»

Philippe Wampfler: «Anwenderwissen zu vermitteln genügt heute nicht mehr.»

Philippe Wampfler: «Anwenderwissen zu vermitteln genügt heute nicht mehr.»

An den Gymnasien im Aargau ist Informatik ab dem Schuljahr 2016/17 obligatorisches Schulfach. Das ist schweizweit neu und einzigartig. Medienpädagoge Philippe Wampfler erklärt, weshalb.

Herr Wampfler, Informatik wird Pflichtfach an den aargauischen Kantonsschulen. Eine gute Idee?

Philippe Wampfler: Eine sehr gute Idee sogar. Und eine Notwendigkeit. Ein vertieftes Grundwissen in Informatik gehört inzwischen unverzichtbar zur gymnasialen Bildung. Anwenderwissen zu vermitteln, wie das bisher meistens geschah, genügt heute nicht mehr.

Warum nicht?

Die meisten Schülerinnen und Schüler beherrschen die gängigen Programme schon recht gut, wenn sie in die Mittelschule wechseln: Tabellenkalkulation, Excel, Power Point etc. sind überhaupt kein Problem. Was aber bisher gefehlt hat, ist der Zugang zur Informatik als wissenschaftliche Disziplin.

Unsere Maturandinnen und Maturanden sollen als künftige Entscheidungsträger fähig werden, Informatik zu verstehen und adäquat einzusetzen. Und wer selber Informatik studieren möchte, soll einen problemlosen Einstieg finden.

Besteht da auch ein Zusammenhang mit dem Lehrplan 21 der Volksschule?

Der besteht insofern, als dass der Lehrplan 21 bereits für die Mittel- und Oberstufe das Fach Informatik vorsieht, an der Kantonsschule gab es das bisher als Pflichtfach nicht.

Wer soll das neue Fach Informatik unterrichten?

Idealerweise sind das Lehrpersonen, die selber Informatik studiert haben. An den Kantonsschulen im Aargau gibt es bereits einige Unterrichtende, welche die nötige Kompetenz haben; andere brauchen vorgängig eine Weiterbildung. Die Mittelschulen sind relativ rasch bereit, um diesen neuen Auftrag erfüllen zu können.

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema.

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