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Irène Kälin auf dem Weg zur Nationalratspräsidentin

Irène Kälin, Nationalrätin der Grünen, ist fürs Präsidium des Nationalrats nominiert. Damit dürfte die Aargauerin diesen 2022 präsidieren.

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Irène Kälin, geboren 1987 in Lenzburg, studierte Islamwissenschaft und Religionswissenschaften an der Universität Zürich. In die Politik rutschte sie nebenbei, sie wollte sich engagieren. «Ich hatte schon immer ein Problem mit Ungerechtigkeiten, ich wollte etwas dagegen tun.»
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2010 schaffte sie als 22-Jährige den Sprung in den Grossen Rat: Irène Kälin bei der Inpflichtnahme für den Grossen Rat.
Bild aus ihrem ersten Jahr im Grossen Rat. Kälin gehörte dem Aargauer Parlament von Januar 2010 bis November 2017 an.
«Sie war offen und neugierig, wollte alles wissen», erinnert sich die ehemalige FDP-National- und Grossrätin Christine Egerszegi an Kälin zu Beginn ihrer politischen Karriere. «Sie hat über die Parteigrenze gedacht und war unideologisch. Das hat mir sehr gut gefallen.»
Von April 2013 bis November 2017 war sie Co-Fraktionspräsidentin der Grünen im Grossen Rat und von 2012 bis 2014 Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.
Bei den eidgenössischen Wahlen 2015 kandidierte sie für den Ständerat wie auch für den Nationalrat.
Gewählt wurde sie nicht – den einzigen Aargauer Grünen-Sitz im Nationalrat erhielt Jonas Fricker, Kälin landete auf der Grünen-Liste auf Platz 2.
Der Fall Funda Yilmaz ging um die Welt. Kälin als Verfechterin einer liberalen Einbürgerungspraktik machte sich im Talk Täglich für Yilmaz stark. Talk Täglich mit Funda Yilmaz, Irène Kälin, Andreas Glarner, moderiert von Rolf Cavalli, AZ Stv-Chefredaktor, v.l.n.r., am 27. Juni 2017.
Nach Frickers umstrittenen Juden-Vergleich der Rücktritt – und die Chance für Kälin: Sie zieht stattdessen in den Nationalrat ein. Das Bild zeigt die heute 30-Jährige an ihrem ersten Tag in Bundesbern, neben Grünen-Präsidentin Regula Rytz.
Kälin (neben SP-Nationalrätin Yvonne Feri) an der Demonstration für Gleichstellung in Aarau 2018. Neben der Gleichberechtigung von Minderheiten setzt sich die Grüne-Nationalrätin auch für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen ein.
Als eine ihrer ersten politischen Handlungen als Nationalrätin reichte sie einen Vorstoss gegen das 1.-Klass-GA ein.
Kälin mit ihrem Lebenspartner und Schweizer-Illustrierte-Co-Chefredaktor Werner De Schepper.
Kälin brachte im Frühling 2018 ihr erstes Kind zur Welt.

Irène Kälin, geboren 1987 in Lenzburg, studierte Islamwissenschaft und Religionswissenschaften an der Universität Zürich. In die Politik rutschte sie nebenbei, sie wollte sich engagieren. «Ich hatte schon immer ein Problem mit Ungerechtigkeiten, ich wollte etwas dagegen tun.»

HANDOUT

Die Aargauer Nationalrätin Irène Kälin (32) wurde von den Grünen zur zweiten Vizepräsidentin des Nationalrats nomminiert. Die Wahl erfolgt am 2.Dezember. Das gab die Partei am Samstag bekannt. Wird sie gewählt, dürfte sie 2022 Präsidentin des Nationalrats und damit höchste Schweizerin werden.

Ungewöhnlich: Fürs Präsidium werden normalerweise langjährige Nationalrätinnen und Nationalräte aufgestellt. Kälin hingegen ist erst seit 2017 in der grossen Kammer. Damals rückte sie für den zurückgetretenen Jonas Fricker nach. Bei den Wahlen vom 20. Oktober war sie im Amt bestätigt worden.

Irène Kälin erregte im September Aufsehen, als sie ihren Sohn mit in die Session des Nationalrats mitnahm. Sie wollte damit ein Zeichen setzen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Politik. (jk)

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