Flurnamen-Serie

Ist Schmutzli ein Aargauer? Es gibt Indizien, dass Samichlaus’ Gehilfe in Reinach wohnt

Der Rupphübelweg führt direkt in den Wald. Zum Zuhause von Schmutzli?

Der Rupphübelweg führt direkt in den Wald. Zum Zuhause von Schmutzli?

Mit etwas Fantasie lassen sich Zeichen dafür finden, dass der Schmutzli aus der Region Reinach stammen könnte.

Am 6. Dezember erschallt in manchem Dorf ein feines Glöckchen durch die Nacht, wenn ein Esel von zwei in eine rote und braune Kutte gehüllte Gestalten durch die Strassen und Gassen zieht. Viele Kinder und ihre Eltern warten gespannt darauf, dass es an der Tür klingelt und der Samichlaus und sein Gehilfe Schmutzli davor stehen.

Brave Kinder werden mit Nüssen und Mandarinen, Lebkuchenmännchen und Schokoladentalern beschenkt. Freche Buben und Mädchen erhalten eine Rute oder werden im schlechtesten Fall sogar in den Sack gesteckt, sodass sie der Schmutzli, der den Sack trägt, mit zu sich nach Hause nehmen kann, um sie zu bestrafen. Im Spätmittelalter kursierte gar die Vorstellung, dass die mitgenommenen Kinder gefressen wurden. Der Samichlaus wohnt bekanntlich im Schwarzwald. Wo aber wohnt Schmutzli? Auch beim Samichlaus?

Aus der Deutschschweizer Perspektive wohnen Samichlaus und Schmutzli im Schwarzwald. Weit weg von uns also. Dies ist wichtig, denn schliesslich soll die Drohung, vom Schmutzli mitgenommen zu werden, unartige Kinder zur Besserung animieren.

In Deutschland, also dort, wo der Schwarzwald liegt, heisst der Samichlaus Nikolaus und Schmutzli ist Knecht Ruprecht. Die Funktionen von Nikolaus und Knecht Ruprecht sind dieselben. In der Logik können die beiden also nicht im heimischen Schwarzwald wohnen. Tun Sie auch nicht. Zumindest Knecht Ruprecht nicht, denn der wohnt im Aargau, genauer gesagt zwischen Reinach und Beinwil am See.

Rupp ist die Kurzform des Namens Ruprecht

Frau Helfenstein wohnt am Rupphübelweg in Reinach und erkundigte sich nach der Bedeutung dieses Namens. Der Weg führt von der Hauptstrasse nach Beinwil am See in südöstlicher Richtung hinauf in den bewaldeten Hügel namens Ischlag. Der Rupphübel liegt dem Ischlag leicht vorgelagert und erstreckt sich über beide Gemeinden. Rupphübel heisst auch das kurze Bächlein, das ins Totenbächli mündet. Dieses wiederum fliesst aus dem Wald heraus.

Der Name Rupphübel hat keinen Bezug zum Adjektiv ruppig. Im Bestandteil Rupp verbirgt sich die Kurzform zum Personennamen Ruprecht. Dieser Name geht zurück auf althochdeutsch «Hruodprëht», der wiederum aus dem Substantiv «hrod, hruod» (Ruhm) und dem Adjektiv «bëraht» (hell, klar) zusammengesetzt ist.

Dem Schmutzli – oder eben dem Knecht Rupprecht – in seiner dunklen Kutte, mit seinem schwarzen Bart und meist auch noch russgeschwärzten Gesicht steht also eine glanzvolle, ruhmreiche Namenbedeutung gegenüber. Das macht den Kerl schon fast wieder sympathisch.

Rupp ist auch ein Aargauer Geschlecht mit den Bürgerorten Auw, Gränichen und Seon. Weitere Linien kommen aus den Kantonen St. Gallen, Graubünden und Bern sowie aus verschiedenen Orten aus Deutschland. Als Element von Flurnamen benennt Rupp den Besitzer des jeweiligen Grundstücks, hier also des Hügels.

Es bedarf keines weiteren Beweises, wo der deutsche Schmutzli – oder Knecht Ruprecht – sich mit den frechen und gottlosen Kindern aufhält. Ab dem 7. Dezember werden Sie es ja sehen.

Ein riesiger Holz-Samichlaus geht in Ouchy an Land

9. November: Ein riesiger Holz-Samichlaus geht in Ouchy an Land

Am Samstag gegen Mittag ist ein riesiger Holz-Samichlaus in Lausanne Ouchy an Land gegangen. Begleitet von seinen Rentieren war er am Morgen in Evian mit dem Boot "Savoy" gestartet. In Ouchy wurde der Riese auseinandergebaut und in mehreren Stücken abgeladen. Nun werden der Samichlaus und seine Begleiter nach und nach aufgebaut und können ab der Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Lausanne am 20. November bewundert werden.

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