Jahreszahlen
Mammut soll bis Mitte Jahr verkauft sein: Bleibt die Aargauer Outdoor-Marke in Schweizer Hand?

Wegen Corona verzögerte sich der schon länger geplante Verkauf von Mammut. Erhält Mutterkonzern Conzetta einen besseren Verkaufspreis trotz Millionenverlust?

Sébastian Lavoyer
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Die Outdoor-Kleidermarke Mammut wechselt bald den Besitzer.

Die Outdoor-Kleidermarke Mammut wechselt bald den Besitzer.

zvg

Eigentlich wollte Conzzeta die Aargauer Outdoormarke Mammut schon Ende 2020 verkaufen. Doch dann kam Corona, und alles verzögerte und erschwerte sich. Noch immer ist der Verkauf nicht über die Bühne gegangen. Und nun stellt sich auch die Frage, wie die Krise den Verkaufspreis beeinflusst? Vor Corona schätzten Experten diesen auf bis zu 320 Millionen Franken.

Aber das Virus traf die in Seon ansässige Mammut Sport Group hart, wie sich bei der Präsentation der Jahreszahlen durch Mutterkonzern Conzzeta zeigte: Der Umsatz ist um 18,6 Prozent auf 218,4 Millionen Franken eingebrochen, es resultierte ein Verlust von fast 25 Millionen. Darunter leidet der Preis, denkt man. Das will Conzzeta-CEO Michael Villome nicht bestätigen. Rückläufige Verkäufe und ein Verlust seine sicher keine Preistreiber. Aber er sagt auch:

«Wir wollen, dass Mammut gestärkt aus der Krise geht.»

Deshalb habe man investiert. Einerseits in die digitalen Verkaufskanäle, anderseits in die Reduktion der Kosten. So setzte Mammut 2020 online rund 40 Millionen Franken um, was rund 18 Prozent des Umsatzes entspricht. Die Absätze über den eigenen Onlineshop wuchsen im Branchenvergleich überdurchschnittlich um mehr als 80 Prozent, jener über Plattformen wie Zalando um mehr als 55 Prozent. Die Reduktion der Kosten hatte zwar einmalige Ausgaben von rund 12 Millionen Franken zur Folge.

Unter anderem zügelte Mammut das Asien-Headquarter von Hongkong nach Shanghai und schloss Shops in Deutschland. Folge aber ist, dass man dauerhaft Kosten von mehr als 10 Millionen Franken einspart. «Das müsste sich günstig auf den erzielbaren Verkaufspreis auswirken», sagt Willome.

Bis Mitte Jahr soll der Deal über die Bühne sein. Interessenten gibt es mehrere. Gerüchte, wonach auch eine Schweizer Lösung möglich sei, wollte Willome nicht kommentieren. «Uns ist es wichtig, eine gute Lösung zu finden.» Wie bei allen anderen Unternehmen, welche die Zürcher Gruppe in den letzten Jahren verkauft hat.

Denn Conzzeta hat sich entschlossen voll auf die Blechbearbeitung, die unter Bystronic läuft, zu setzen und zum technologieorientierten Industrieunternehmen zu werden. Seit 2014 ist man deswegen auf Abspeckkurs. Es begann mit dem Verkauf des Automationsgeschäfts und wird bald mit dem Verkauf von Mammut enden.

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