Wie man es dreht und wendet, das diesjährige Argovia-Fäscht steht – wettertechnisch – vor einer grossen Herausforderung. Die schweren Regenfälle in den letzten Tagen haben dem Festivalgelände zugesetzt. Da die Farbe grün mindestens gleichwertig vertreten ist wie braun, entsteht der Eindruck, dass das Open-Air bereits stattgefunden hätte.

Am Tag vor dem Argovia Fäscht auf dem Birrfeld: Aufbau im Schlamm – aber immerhin ohne Regen.

Am Tag vor dem Argovia Fäscht auf dem Birrfeld: Aufbau im Schlamm – aber immerhin ohne Regen.

Von grauen Wolken, Schlamm und Wasser will sich der Festivalleiter Marco Kugel jedoch nicht entmutigen lassen: «Es ist halt ein Open Air, da kann es nass werden. Wir hatten die letzten neun Jahre Glück mit dem Wetter.» Man müsse jetzt daran arbeiten, das Gelände für die Besucher so angenehm wie möglich zu machen.

Die Vorbereitungen auf den Samstag laufen derweil auf Hochtouren. Im Verlauf vom Donnerstagnachmittag sind diverse Lastwagen mit Ausrüstung und Verpflegung auf das Gelände gefahren. Viele der rund 150 Helferinnen und Helfer waren mit der Koordination dieser Anlieferungen beschäftigt, da die Fahrzeuge, wenn sie einfach über den aufgeweichten Untergrund gefahren wären, die Wiese schnell in Mitleidenschaft gezogen hätten. Währenddessen bauten Standbetreiber und andere Helfer die verschiedenen Zelte und Bars auf.

«Die grossen Seen sind weg», sagt Festivalleiter Marco Kugel am Tag vor Fäscht-Start.

«Die grossen Seen sind weg», sagt Festivalleiter Marco Kugel am Tag vor Fäscht-Start.

Holzspäne und Sonderwünsche

Um am Samstag einer Schlammschlacht vorzubeugen, müssen einige Massnahmen getroffen werden. Zum einen wird der Boden um die Festzelte und Stände mit Holzspänen befestigt. Um von A nach B zu gelangen, ohne durch Matsch zu stampfen, werden Pfade zwischen den verschiedenen Attraktionen ausgelegt. Der Untergrund vor der Hauptbühne wurde zum ersten Mal mit sogenannten Wabenplatten überdeckt, damit die Besucher nicht im Schlamm stehen müssen.

Am Nachmittag kamen die ersten Mitarbeiter der Acts an, sie bereiteten die Bühneninstallationen vor. Am besten funktioniere das, wenn die Stars gerade auf Tournee sind. Das sind in diesem Fall der Deutsche Sänger Joris sowie, mit Ausnahme von Baschi, alle Schweizer Acts, sagt Marco Kugel. «Wenn die Stars mit ihrem ganzen Staff und Material unterwegs sind, macht es das für uns ungemein einfacher.»

Dann müsse man nämlich nicht die zum Teil extravaganten Sonderwünsche mancher Künstler erfüllen. So habe der US-Künstler RedFoo vom EDM-Duo LMFAO 30 Konfettikanonen und andere spezielle Accessoires bestellt, darunter aufblasbare Zebras. Dazu kommen diverse Instrumente wie Keybords, eine oft nicht zu unterschätzende Anzahl Mikrofone und Gerätschaften für die Lichtinstallation.

«Wenn die Künstler mit der Tourbussen kommen, haben sie ihre eigene Ausrüstung gleich dabei», so Kugel. Auf die Frage, ob es etwas gäbe, was ihn bedrücke, antwortet der Festivalleiter: «Ich mache mir ein wenig Sorgen um die Zufahrt für die Nightliner und die Lastwagen der Künstler, aber um das Festgelände habe ich keine Angst.»