Grossprojekt

Kantonsspital Aarau: Regierung gibt grünes Licht für den Neubau – Kosten bei 563 Millionen Franken

Ein externes Gutachten erachtet den Neubauplan des Kantonsspitals Aarau als finanziell tragbar.

Ein externes Gutachten erachtet den Neubauplan des Kantonsspitals Aarau als finanziell tragbar.

Das Neubauvorhaben des Aarauer Kantonsspitals (KSA) ist laut einer externen Überprüfung finanziell tragbar. Nachdem der Regierungsrat zustimmend Kenntnis vom Projekt genommen hat, hat der KSA-Verwaltungsrat dessen Freigabe beschlossen und den Vertrag unterschrieben.

Der Regierungsrat wollte beim Neubauprojekt des Kantonsspitals Aarau (KSA) nichts dem Zufall überlassen. Angesichts der hohen Investitionen und den damit verbundenen Risiken für das KSA und den Kanton als Eigentümer des Spitals hat der Regierungsrat den überarbeiteten Businessplan des KSA durch ein externes unabhängiges Gutachten überprüfen lassen.

Am Freitag hat die Regierung über das Resultat der externen Untersuchung informiert. Demnach erachtet die Firma KPMG das Neubauvorhaben als «zielführend» und den Businessplan als «realistisch und machbar». Der Regierungsrat hat von diesem Ergebnis und dem aktuellen Stand des Projekts «zustimmend Kenntnis genommen».

So soll der Neubau des Kantonsspitals aussehen

Das Neubauprojekt ist damit einen bedeutenden Schritt weiter. Die Weichen für den Neubau seien gestellt, teilt das KSA mit. Der Vertrag mit dem Totalunternehmen wurde unterschrieben. Als nächstes wird das Baugesuch eingereicht. Rund 4,5 Jahre nach dem Spatenstich sollen dann die ersten Patientinnen und Patienten im neuen Spital behandelt werden.

Der Neubau kostet weniger als 600 Millionen Franken

Gebaut wird das Projekt «Dreiklang». Der KSA-Verwaltungsrat ist dem Vorschlag der Wettbewerbsjury gefolgt und hat das Projekt im April zum Sieger des Gesamtleistungswettbewerbs gekürt. Das Spital hat die Verantwortlichen mit seinen effizienten Betriebsstrukturen überzeugt. Mit Baukosten von rund 620 Millionen Franken war es aber das teuerste Projekt und lag auch deutlich über dem ursprünglich geplanten Kostendach von 500 Millionen Franken.

Der damalige Fraktionspräsident der SVP und heutige Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati sagte damals zur AZ, er könne diesen Entscheid aus finanzieller Sicht «schlicht nicht nachvollziehen». Auch nachdem das KSA im Sommer den Jurybericht veröffentlicht hatte, sparte Jean-Pierre Gallati nicht mit Kritik. Es gehe aus dem Bericht nicht hervor, wie genau die Jury die Punkte für die wichtigen Kriterien wie Qualität oder Realisierungskonzept gewichtet habe, sagte er. Inzwischen steht der Gesundheitsdirektor hinter dem Projekt.

Dieses wurde in den letzten Monaten zusammen mit dem Totalunternehmen optimiert. Dabei ging es auch darum, die Kosten zu senken. Das sei «ohne Leistungs- und Qualitätseinbussen» gelungen, schreibt das KSA in einer Mitteilung. Das Kostendach betrage neu 563 Millionen Franken. KSA-CEO Robert Rhiner ist stolz: «Was in den vergangenen Monaten geleistet wurde, ist beeindruckend», lässt er sich in der Mitteilung zitieren.

KSA will den Neubau ohne Kantonsdarlehen stemmen

Die Planung, Finanzierung und Umsetzung des Neubauprojektes liege in der Verantwortung des KSA-Verwaltungsrates, schreibt der Regierungsrat. Das KSA will das neue Spital über private Anleihen am Kapitalmarkt und Privatplatzierungen finanzieren. Auf die Möglichkeit, ein Darlehen des Kantons in Anspruch zu nehmen, verzichtet das KSA. Finanzdirektor Markus Dieth wertet dies als «positives Zeichen».

Obwohl die Weichen für den Neubau gestellt sind, gibt es nach wie vor auch kritische Punkte, auf welche das externe Gutachten hinweist. Das Projekt selber und die damit zusammenhängenden Transformationsprozesse und Effizienzsteigerungsprojekte bedeuteten für das KSA und seine Mitarbeitenden auf allen Stufen eine grosse Herausforderung, heisst es in der Mitteilung der Regierung.

«Die enge Begleitung durch den Eigentümer im Rahmen der quartalsweise stattfindenden Eigentümergespräche und des strategischen Finanz- und Baumonitorings wird daher fortgesetzt», sagt Regierungsrat Gallati. Sein Departement Gesundheit und Soziales hat neu wieder die Federführung gegenüber den Kantonsspitälern. Finanzdirektor Markus Dieth hatte diese im März vorübergehend von Gallatis Vorgängerin Franziska Roth übernommen.

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