Aargau

Kaserne statt Spital – leichtere Corona-Virus-Fälle könnten in der Kaserne Aarau isoliert werden

In einem solchen Schlafsaal in der Kaserne Aarau könnten Corona-Patienten isoliert werden.

In einem solchen Schlafsaal in der Kaserne Aarau könnten Corona-Patienten isoliert werden.

Die Kapazitäten der Kantonsspitäler für Corona-Patienten sind begrenzt. Die Kaserne Aarau wäre eine Alternative für die leichteren Fälle. Der Kanton klärt weitere Standorte ab.

Derzeit gibt es im Aargau zwei bestätigte Corona-Fälle. Die beiden betroffenen Männer im Alter von 26 und 31 Jahren sind isoliert. Sollte die Zahl der Erkrankten markant steigen, wären die Kapazitäten im Kantonsspital Aarau (KSA) relativ bald erschöpft. Laut Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene, könnten auf einer isolierten Abteilung rund zehn Personen hospitalisiert und behandelt werden. «Es braucht nicht jede Person ein Einzelzimmer. Patienten mit der gleichen Krankheit können auch im gleichen Zimmer untergebracht werden.»

Nur wer medizinische Hilfe benötigt, soll ins Spital

Für den Fall, dass es Dutzende von Corona-Fällen gäbe, sind die Spitalverantwortlichen mit dem Kanton und dieser wiederum mit dem Bundesamt für Gesundheit im Gespräch. Es stelle sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll sei, dass Patienten hospitalisiert werden, denen es nicht schlecht geht, sagt Fux. «Wir möchten eigentlich nur jene Patienten bei uns hospitalisieren, die medizinische Hilfe benötigen», so der Infektiologe. Corona-Patienten, die nur leichte Krankheitssymptome zeigen, bräuchten die Infrastruktur eines Zentralspitals nicht, hält er fest. «Deshalb möchten wir eher darauf hinwirken, dass diese Personen an einem zentralen Ort isoliert werden.» Das könne ein Ferienheim, ein Hotel, oder ein peripheres Spital sein – wo dies passiere, sei am Ende aber ein politischer Entscheid.

Laut Jelena Teuscher, der Sprecherin des kantonalen Gesundheitsdepartements, hat der Kanton verschiedene Standorte für solche Corona-Isolationszentren identifiziert. Es brauche aber noch weitere Abklärungen, deshalb könnten noch keine konkreten Angaben zu Standorten gemacht werden. Mit der Bereitstellung verschiedener Standorte sollen laut Teuscher adäquate Unterkünfte für verschiedene Gruppen von Corona-Betroffenen bereitgestellt werden, so zum Beispiel für Einzelpersonen oder Familien.

Ein möglicher Standort für ein Corona-Isolationszentrum wäre aus Sicht des Kantons die Kaserne Aarau, wie Teuscher bestätigt. Die Kaserne würde es noch besser als ein Spital ermöglichen, betroffene Personengruppen zu isolieren. Für Familien wäre der Standort hingegen auf Grund der Zimmerstruktur und der Nasszellen nur bedingt geeignet, so Teuscher.

Um in der Kaserne Corona-Patienten behandeln zu können, müsste der Kanton jedoch zuerst beim Bund die vorübergehende Verwendung beantragen, weil das Areal gemäss Waffenplatz-Vertrag durch die Armee genutzt wird. «In der Kaserne Aarau ist ein Rekrutierungszentrum der Armee untergebracht, das im Dispositiv des Koordinierten Sanitätsdienstes des Bundes bereits als Notspital vorgesehen ist», sagt Teuscher.

Zudem könnten Patienten mit leichten Symptomen laut KSA-Chefarzt Fux auch zu Hause isoliert werden – dies sei aber eine grosse Belastung für die Familie. Die infizierte Person würde sich dabei in einem Zimmer der Wohnung aufhalten und dort essen und schlafen. «Bevor sie das Zimmer verlässt, um auf die Toilette zu gehen, müsste sie eine Maske anziehen und die Hände desinfizieren», erläutert Fux die Hygienemassnahmen. Wenn die Angehörigen das Zimmer betreten, müssten sie die gleichen Vorkehrungen treffen. «Im Prinzip gelten zu Hause die gleichen Regeln, die bei einer Isolation im Spital auch gelten», fasst Fux zusammen.

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