Der 66-jährige SVP-Nationalrat Luzi Stamm tritt bei den Nationalratswahlen vom 20. Oktober mit einer eigenen Liste an. Dies steht jetzt fest. Stamm hat am Montag, kurz vor Anmeldeschluss, in Aarau diese Liste eingereicht. Sie heisst schlicht «Liste Luzi Stamm». Stamm ist seit 1991 Nationalrat. In dieses Amt wurde er seinerzeit für die FDP gewählt. Zehn Jahre später wechselte er vor allem wegen Differenzen in der Aussenpolitik zur SVP. Von seiner Partei wird er aber nicht mehr aufgestellt.

Er sei nicht nachtragend, sagt Stamm. Für ihn ist eine Listenverbindung mit SVP und Team65+ ein Thema, «damit die Stimmen, die ich auf meiner Liste hole, nicht verloren gehen, falls es mit einem Sitz nicht klappen sollte». Stamm hat gegenüber der AZ letzte Woche versichert, gesundheitlich sei er absolut fit. Unter anderem, weil die SVP-Parteileitung dies infrage gestellt hatte, wurde er von der SVP nicht mehr aufgestellt. Ein Mitmachen auf der Liste des Team65+ kam nicht zustande.

Stamm will nun eine Asylinitiative lancieren

So reichte er eine Liste mit seinem und weiteren sieben Namen aus seinem Bekanntenkreis ein. Stamm: «Es sind nicht SVP-Mitglieder oder aktive Politikerinnen und Politiker.» Mit ihm kandidieren Mark Baur (Nairobi, Beinwil am See), Christian Bächli (Ennetbaden), Matthias Zeller (Wettingen), Georg Mattenberger (Wettingen), Oliver Strebel (Kaisten), André Treier (Wettingen), Felix Brunner (Schafisheim). Alle Namen werden auf der Liste zweimal aufgeführt, sodass Stamm wie das Team65+ eine volle Liste einreichen konnte.
Stamm will vor allem deshalb nochmals antreten – obwohl seine Frau sich auf die Pensionierung gefreut hätte – , weil er mit Nationalrat Lukas Reimann (SG) eine Volksinitiative im Asylbereich zu «Hilfe vor Ort» starten will. Er ist überzeugt, dass über die Initiative mehr berichtet wird und diese mehr Chancen hat, wenn er weiterhin Nationalrat ist.

Stamm sorgte in diesem Jahr unter anderem für Schlagzeilen, weil er Kokain kaufte und darauf hin den Dealer anzeigte. Später wurde zudem bekannt, dass er bereits in der Wintersession einen Koffer mit einer Million Euro Falschgeld ins Parlament gebracht hatte. Das Geld gehörte gemäss Rechtsanwalt Stamm einem seiner Klienten. Er habe mit dieser Aktion die Mechanismen der Drogen-Mafia aufzeigen wollen.