Coronavirus

«Keine Ansteckungen in Läden registriert»: Aargau verzichtet weiterhin auf Maskenpflicht

Ab heute Donnerstag herrscht in Läden im Kanton Solothurn Maskenpflicht – nicht aber im Nachbarkanton Aargau. (Archivbild)

Ab heute Donnerstag herrscht in Läden im Kanton Solothurn Maskenpflicht – nicht aber im Nachbarkanton Aargau. (Archivbild)

Gesundheitsdepartement registriert keine Ansteckungen in Läden, behält sich jedoch weitere Massnahmen bei mehr Infektionen vor.

Ab heute Donnerstag gilt in den Einkaufsläden und Shoppingzentren im Kanton Solothurn Maskenpflicht. Solothurn ist nach Zürich der zweite Nach­barkanton des Aargaus, der im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu dieser Massnahme greift.

Man habe sich in dieser Frage regelmässig mit den Nachbarkan­tonen ausgetauscht, um eine gemeinsame Strategie in der Maskenfrage zu finden, sagte Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner letzte Woche gegenüber der Solothurner Zeitung. Schaffner hatte offenbar darauf gehofft, dass auch der Aargau nachziehen würde und damit beidseits der Kantonsgrenze die gleichen Regeln gelten.

Aargau registriert keine Ansteckungen in Läden

Dazu kommt es aber nicht, ab heute sind in den Solothurner Geschäften Masken obligatorisch, im Aargau nicht. Der Kanton verzichtet weiterhin auf eine Maskenpflicht, wie Michel Hassler, Sprecher des Gesundheitsdepartements, auf Anfrage der AZ mitteilt. «Die Maskenpflicht für Läden steht derzeit nicht im Vordergrund», hält er fest. Bisher seien dem Contact-Tracing-Center im Aargau keine Ansteckungen in Verkaufsgeschäften bekannt.

Die meisten Neuinfektionen gibt es laut Hassler weiterhin in der Familie, bei der Arbeit und im Ausland. «Seit dem Ende der Schulferien zeigen sich aber vermehrt Ansteckungen innerhalb der Schule, bei privaten Veranstaltungen und erneut ausserkantonal in Bars oder Clubs», sagt er.

In rund 40 Prozent der Fälle ist der Ansteckungsort unbekannt. «Bei vermehrten Fällen beim Verkaufspersonal, oder bei steigenden Fallzahlen, die auf eine veränderte epidemiologische Lage schliessen lassen, behalten wir uns vor, weitere Massnahmen zu ergreifen», sagt Hassler. Dabei gebe es jedoch keine festen Grenzwerte oder Kriterien, wie eine gewisse Zahl angesteckter Verkaufsmitar­beitern, die eine Maskenpflicht nach sich ziehen würden.

Michel Hassler weist darauf hin, dass die Ansteckungsgefahr beim Einkaufen gemäss Bundesamt für Gesundheit «sehr klein» sei. Wenn man andere Personen nur rasch kreuze, sei das Risiko gering, sich durch den Atem zu infizieren.

Gewerbeverband forderte Verzicht auf Maskenpflicht

Der Entscheid des Kantons, vorerst keine Maskenpflicht in den Verkaufsläden einzuführen, ist ganz im Sinn des Aargauischen Gewerbeverbands (AGV). Der Verband hatte den Regierungsrat am Montag in einem Brief aufgefordert, alle Massnahmen, die die Konsumentenstimmung drücken könnten, «nur mit grösster Zurückhaltung anzuwenden». Verbandspräsident Kurt Schmid sagte gegenüber Tele M1, viele Gewerbler im Aargau hätten Angst, dass die Kunden bei einer Maskenpflicht weniger einkaufen würden.

Statt die regionalen Läden zu berücksichtigen, würden die Konsumenten auf den Online- Handel oder Kantone ausweichen, wo keine Maskenpflicht gelte, befürchtet der Verband. Schmid hofft darauf, dass der Regierungsrat noch länger auf diese Massnahme verzichtet. «Die Masken stören das Einkaufserlebnis und sorgen leider für einen Rückgang der Kaufbereitschaft bzw. eine Verlagerung der Einkäufe ins Internet, wo oftmals ausländische Anbieter profitieren.» Ausserdem dürfte die Aufenthaltszeit in den Läden zu kurz, oder der Kontakt mit anderen Menschen nicht eng genug sein für eine Infektion.

Der Gewerbeverband argumentiert auch damit, dass das ständige An- und Abziehen beim Einkaufen dazu führen könnte, dass «eine Maske dem Träger mehr schadet als nützt». Dies, weil die Masken unsach- gemäss in Jackentaschen oder Plastiksäcken versorgt würden, während die Kunden «die notwendige Händedesinfizierung kurzerhand weglassen».

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