Polizeikontrollen

Keine Atemlufttests in Zürich – Blaufahrer im Aargau müssen dagegen weiter ins Röhrchen blasen

Die Kantonspolizei Aargau führt weiterhin Atemluftkontrollen durch. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei Aargau führt weiterhin Atemluftkontrollen durch. (Symbolbild)

In den Kantonen Zürich und St. Gallen werden keine Atemluftkontrollen für Alkoholtests im Strassenverkehr mehr durchgeführt. Im Kanton Aargau dagegen schon. Auf die Anzahl der Alkoholkontrollen habe das jedoch keinen Einfluss.

Alkohol am Steuer ist und bleibt gefährlich. Wie gefährlich das sein kann, bewies am Samstag ein stark alkoholisierter Autofahrer, der auf der Flucht vor der Polizei mit seinem Porsche bei Rottenschwil in der Reuss landete

Das Medienportal 20 Minuten vermeldet nun, dass Alkoholkontrollen mit Atemluftgeräten in den Kantonen Zürich und St. Gallen aus Hygienegründen nicht mehr durchgeführt würden. Der Grund sei das Ansteckungsrisiko.

Dies sei soweit korrekt, wie Ralph Hirt, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, auf Nachfrage der AZ bestätigt. Die Schlussfolgerung, dass betrunkene Autofahrer derzeit deutlich weniger Gefahr laufen würden, in einer Polizeikontrolle hängen zu bleiben, weist Ralph Hirt jedoch entschieden zurück: «Wir führen nach wie vor Alkoholkontrollen durch.»

Bei Verdachtsfällen gingen die Polizistinnen und Polizisten der Kantonspolizei Zürich zunächst nach der Verify-Methode vor. Mit diesem Verfahren würden zunächst Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten oder Pupillenreaktionen geprüft. Wenn dadurch der Verdacht einer Fahruntüchtigkeit entstehe, werde durch die Staatsanwaltschaft umgehend eine Blut- oder Urinprobe angeordnet. Somit falle mit der Atemluftkontrolle lediglich ein Zwischenschritt weg, so Ralph Hirt.

Weiterhin Kontrollen im Aargau

Auch im Aargau gibt es keinen Freifahrtschein für Blaufahrer. Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, bestätigt auf Nachfrage, dass weiterhin Alkoholkontrollen durchgeführt würden. Das Risiko einer potenziellen Ansteckung sehe Pfister jedoch derzeit nicht. «Die Polizisten werden ja nicht direkt angeblasen», so Pfister. Die Mundstücke für Atemtests seien einzeln verpackt und würden erst vor Ort ausgepackt. Zudem verweist auch er auf die Möglichkeit einer weitergehenden Überprüfung auf dem Polizeiposten.

Allerdings räumt Pfister ein, dass flächendeckende Verkehrskontrollen momentan nicht im Fokus der Kantonspolizei stünden. Der Schwerpunkt liege sicherlich auf der Sicherstellung von Ruhe und Ordnung, sowie der bestmöglichen Hilfeleistung für die Bevölkerung. (phh)

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