Aargauer Badis

Keine einfache Saison: Freie Plätze in Badis trotz Ferien zu Hause

Für die Badis im Kanton Aargau war es kein einfacher Saisonstart.

Für die Badis im Kanton Aargau war es kein einfacher Saisonstart.

Die Aargauer Schwimmbäder verzeichnen weniger Eintritte. Schuld daran ist nicht nur Corona.

Es war kein einfacher Saisonstart für Badis im Kanton Aargau: Sie durften wegen des Lockdowns erst am 6. Juni öffnen und litten dann unter schlechtem Wetter und strengen Abstandsregeln. Ende Juni wurden die Regeln gelockert, zusätzlich haben vor zweieinhalb Wochen die Sommerferien begonnen. Trotzdem verzeichnen die meisten angefragten Badis im Kanton «eher weniger Besucherinnen und Besucher».

30 Prozent weniger Eintritte als sonst sind es in Muri und Baden. Die erlaubte Höchstzahl an Gästen hat bisher keine Badi erreicht. «Aus meiner Sicht kommen vor allem ältere Personen coronabedingt weniger ins Freibad», sagt René Saurenmann. Der Betriebsleiter des Terrassenbads in Baden hat den Eindruck, dass «die Besucher sehr viel ängstlicher sind».

Viele haben Angst – dafür kommen neue Besucher

Auch in Zofingen stellt man fest, dass mehr Besucher anrufen und anfragen, ob noch genügend Plätze vorhanden sind. In Lenzburg scheint man hingegen davon zu profitieren, dass viele Leute zu Hause geblieben sind. «Wir haben mehr Gäste während der Ferien als letztes Jahr», sagt Annegret Hirschi, Billettverkäuferin in der Badi Lenzburg.

Christian Meier, Badmeister der Badi Schüwo-Park in Wohlen, sagt: «Wir spüren, dass die Aargauerinnen und Aargauer zu Hause Ferien machen.» Warum das Schwimmbad Wohlen im Gegensatz zu den restlichen Badis im Coronasommer mehr Eintritte verzeichnet, kann Christian Meier nicht sagen. Er nimmt aber an, dass sich die Besucherinnen und Besucher in Wohlen sicher fühlen, weil die Liegewiese gross ist und die Abstände somit gut eingehalten werden können.

Obwohl die Schwimmbäder insgesamt weniger Eintritte haben, kommen wegen Corona auch andere Besuchergruppen als üblich: In Baden trifft man laut Betriebsleiter René Saurenmann in diesen Ferien auf mehr Gäste mit Migrationshintergrund aus dem Balkan. Er führt dies auf die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus gewissen Balkanländern zurück.

In Muri fällt Badmeister Martin Burkart auf, dass dieses Jahr viele Badibesucherinnen und Badibesucher kommen, «die wir noch nie bei uns gesehen haben». Da die Coronaregelungen für Schwimmbäder in anderen Kantonen eher strikt sind, kann er sich vorstellen, dass ausserkantonale Besucher sich für eine Badi wie Muri mit viel Platz und weniger Einschränkungen entscheiden.

Die Besucherzahlen sind stark hitzeabhängig

Ob die Besucher den Schwimmbädern alle nur wegen Corona fernbleiben, ist allerdings nicht ganz klar: Denn auch die Temperaturen waren eher durchschnittlich in den letzten Wochen, die ersten Hitzetage gab es erst dieses Wochenende.

Markus Hung, Badmeister der Badi Windisch, sieht daher im Wetter einen fast wichtigeren Grund für das Ausbleiben der Gäste als die Angst vor dem Virus. Der Badmeister der Badi Schöftland, Roger Thut, betont ebenfalls, dass die diesjährigen Besucherzahlen normal seien für einen Sommer ohne Hitzetage.

Weshalb genau die Besucherzahlen diesen Sommer tiefer sind als sonst, ist schwer zu sagen. Sicher ist, dass der vergangene Sonntag mit seinen hohen Temperaturen bisher der beste Tag für die Badis war. Sie hoffen deswegen auf weiterhin sommerlich heisses Badewetter: «Wenn es so weitergeht, werden diese Ferien fast normal», zeigt sich beispielsweise Markus Hung zuversichtlich.

Patrick Peter, Badmeister von Möhlin, ist hingegen weniger optimistisch: Wegen der langen Schliessung konnte die Badi viel weniger Saisonkarten verkaufen, gleichzeitig ist das Umsetzen des Schutzkonzepts teuer. Daran könnten auch massenweise Eintritte im Falle einer Hitzewelle nichts mehr ändern, so Peter.

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