Bundespräsidentin Doris Leuthard, der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris und SRG-Direktor Roger de Weck haben sie schon: Die Schaufel aus Eis, die am Arosa Humorfestival verliehen wird. Bald soll sie auch Funda Yilmaz erhalten.

Festivaldirektor Frank Baumann teilte am Sonntag mit, die Jury habe Yilmaz für den Preis nominiert. Dass die 25-jährige Türkin in Buchs nicht eingebürgert wurde, obwohl sie in der Schweiz geboren wurde, hier zur Schule ging und eine Lehre absolvierte, als Bauzeichnerin arbeitet, einen einwandfreien Leumund hat, bald einen Schweizer heiraten wird und den theoretischen Einbürgerungstest mit 100 Prozent bestanden hat, sei grotesk.

«Der Mut und die Kraft sich zu wehren und bei allem Ärger den Humor nicht zu verlieren, verdient es, ausgezeichnet zu werden», hält Baumann fest. Tourismusdirektor Pascal Jenny doppelt nach: «Es ist uns ein Vergnügen, Funda Yilmaz und ihren zukünftigen Ehemann nach Arosa einzuladen. Bei uns ist sie auch ohne Test jederzeit herzlich willkommen.»

Die Arosa Humorschaufel wird Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder Gesellschaft überreicht, die durch ihr Engagement und einen gewissen Sinn für Humor auf sich aufmerksam machen. Dieses Jahr findet die Verleihung am 9. Dezember statt.

Ausschnitte aus der Sendung «TalkTäglich» mit Funda Yilmaz

(28.6.2017)

Philipp Müller kritisiert Fragen

92 Fragen hat die Einbürgerungskommission Funda Yilmaz gestellt. Die az hat das Protokoll des Gesprächs am Freitag veröffentlicht. Gelesen hat es auch Philipp Müller. Der Aargauer FDP-Ständerat kam aber nicht bis zum Ende: «In der Hälfte musste ich aufhören. Die Fragen, die da gestellt wurden, sind dermassen doof», sagt er der «Sonntagszeitung».

Was Müller aufregt: Die Fragen seien für einen Einbürgerungsentscheid nicht von Bedeutung. «Es ist wurscht, ob sie in der Migros oder im Dorflädeli einkauft», sagt er. Auch sei es völlig egal, ob sie den Volksbrauch Bachfischet kennt.

Für Müller gehören andere Fragen abgeklärt: Bezieht die Person Sozialleistungen? Ist sie hoch verschuldet? Vertritt sie fundamentalistisches Gedankengut? Dem Rekurs, den Yilmaz gegen den Entscheid eingereicht hat, gibt Müller gute Chancen. «Der Regierungsrat wird sie wahrscheinlich einbürgern», sagt er.

Regierungsrat will keine Notverordnung

Auf den 1. Januar 2018 tritt das angepasste nationale Bürgerrechtsgesetz in Kraft. Darauf basierend wollte der Aargau seine kantonalen Vorgaben verschärfen. Dies hat der Grosse Rat im Mai aber abgelehnt. SP und Grünen gingen die Verschärfungen zu weit, die SVP sagte Nein, weil einige ihrer Anträge keine Mehrheit fanden – am Schluss versenkte eine unheilige Links-Rechts-Allianz die Vorlage. Mit einem Postulat wollte SVP-Grossrat Christoph Riner die von der vorberatenden Kommission empfohlenen Verschärfungen retten. Er forderte die Regierung auf, eine Notverordnung zu erlassen, um das neue Gesetz kantonal umzusetzen. Dies lehnt die Regierung ab, in der Antwort auf den Vorstoss heisst es, eine Verordnung sei für den Vollzug des nationalen Gesetzes nicht nötig. (fh)