Kommentar

Kita-Geld: Aargauer Finanzkommission vergisst die Eltern

Eltern, die ihre Kinder in Tagesstätten schicken, müssen länger auf eine Entschädigung warten. (Symbolbild)

Eltern, die ihre Kinder in Tagesstätten schicken, müssen länger auf eine Entschädigung warten. (Symbolbild)

Kommentar zum Entscheid der Finanzkommission, die Ausfallentschädigung für Kindertagesstätten nicht vorzeitig freizugeben.

Viele berufstätige Eltern haben ihre Kinder während der Coronakrise zuhause betreut und nicht in die Kita geschickt. Einige haben den Betreuungsplatz trotzdem bezahlt. Andere haben den Vertrag gleich ganz gekündigt. Den Kinderkrippen entstanden wegen Corona also einerseits Einnahmenausfälle, weil Eltern nicht mehr bezahlten. Andererseits schulden sie jenen Eltern, die für die Betreuung ihrer Kinder bezahlten, obwohl sie die Leistung nicht beanspruchten, eine Rückzahlung.

Umso wichtiger ist es, dass die Politik den Handlungsbedarf erkannt hat und Kitas für Corona-bedingte Ausfälle entschädigen will. Der Regierungsrat hatte eine pragmatische Lösung angedacht. Das Geld sollte fliessen, sobald der Kanton das Gesuch einer Kita bewilligt hatte. Aber eine Mehrheit der grossrätlichen Finanzkommission wollte das Geld nicht vorzeitig freigeben. Die Auszahlung der Ausfallentschädigung sei nicht dringlich, argumentierte sie.

Das mag für einige Kitas sogar stimmen. Aber nicht für alle. Ausserdem vergessen die Kommissionsmitglieder, dass sie mit ihrem Entscheid auch die Eltern bestrafen. Diese müssen nun ebenfalls länger warten, bis sie das Geld zurückbekommen. Die Kommission rechnet damit, dass die Auszahlung im Herbst erfolgt, und findet das «zeitnah». Für die Eltern hingegen ist jeder weitere Tag ein Affront. Besonders für jene, die schon vor der Coronakrise jeden Franken zweimal umdrehen mussten.

Meistgesehen

Artboard 1