Kommentar
Hürzeler überholt den Bundesrat

Der Bundesrat hat am Mittwoch keinen Entscheid zur Sekundarstufe II gefällt – Hürzeler hingegen schon.

Eva Berger
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«Jetzt nimmt Hürzeler das Heft selber in die Hand, und zwar bevor die Ansteckungen drastisch zunehmen.»

«Jetzt nimmt Hürzeler das Heft selber in die Hand, und zwar bevor die Ansteckungen drastisch zunehmen.»

Britta Gut

Es sind rund 23000 Schülerinnen und Schüler, die jeden Tag eine Aargauer Mittel- oder Berufsfachschule besuchen. Mit Berufsschülern vollgestopfte Busse oder Ansammlungen von Kantonsschülerinnen auf den Perrons am Bahnhof bleiben nun für einen Monat aus. Das soll zusätzlich dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, und ist ganz im Sinne der bundesrätlichen Strategie, dies vor allem über die Einschränkung der Mobilität zu tun.

Der Bundesrat hat am Mittwoch keinen Entscheid zur Sekundarstufe II gefällt. Einen Alleingang des Aargaus werde es bei den Schulschliessungen nicht geben, sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler erst vor knapp einer Woche. Er hoffte damals noch auf einen national gültigen Beschluss durch den Bundesrat. Doch jetzt nimmt Hürzeler das Heft selber in die Hand, und zwar bevor die Ansteckungen drastisch zunehmen oder sich Schüler und Lehrerinnen gegen die Zustände auflehnen.

Der Aargau geht voraus und das aus gutem Grund. Es ist schwierig nachvollziehbar, wenn Lernende zwar im Homeoffice arbeiten, aber zweimal in der Woche den Präsenzunterricht besuchen. Für Mittel- und Berufsfachschüler gelten ansonsten die gleichen Coronaregeln wie für Erwachsene. Dass sie jetzt einen Monat lang möglichst daheimbleiben, ist die logische Konsequenz der bereits getroffenen Massnahmen. Mit den beschlossenen Ausnahmen ist das zumutbar und sollte den Unterricht nicht gefährden.