Wachstumskurs

Konjunkturbarometer: Nach dem Lockdown geht es für die Aargauer Industrie nur noch aufwärts

Die Aargauer Industrie darf sich über gute Zahlen freuen. Noch aber ist Vorsicht angebracht.

Die Aargauer Industrie darf sich über gute Zahlen freuen. Noch aber ist Vorsicht angebracht.

Die Aargauer Wirtschaft profitiert derzeit vom weltweiten Wachstumskurs. Bereits zum dritten Mal in Folge steigt das Konjunkturbarometer zweistellig an. Trotzdem ist noch längst nicht alles ausgestanden.

Trotz Corona floriert die Aargauer Wirtschaft. Dies zeigt das Konjunkturbarometer der Aargauer Kantonalbank (AKB) und der Aargau Services Standortförderung. Bereits zum dritten Mal in Folge steigt es seit dem Ende des Lockdown zweistellig an. Im Vergleich zum letzten Monat beträgt die Steigerung rund 11 Prozent. Über einen grossen Sprung nach vorne darf sich vor allem die Industrie freuen.

Der Aargauer Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung.

Der Aargauer Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung.

Dabei profitiert sie vom weltweiten Wachstumskurs. Nebst Ländern wie China, Grossbritannien oder Brasilien hat auch die Schweiz den durch die Coronakrise verursachten Einbruch des Einkaufsmanagerindex wettgemacht. Dieser gilt als zuverlässigster Frühindikator für die Wirtschaft. Noch im Frühling befand sich das Aargauer Konjunkturbarometer in freiem Fall.

Seit dem Juni erholt sich die Wirtschaft nun stetig. Dass die Nachfrage höher als ursprünglich erwartet ausfiel, zeigen die trotz der erhöhten Produktion abgenommenen Bestände in den Verkaufs- und Einkaufslager, wie procure.ch schreibt. Nichtsdestotrotz hat der Index mit 49,2 Zählern noch nicht ganz die Wachstumsschwelle erreicht. Der nach wie vor relativ tiefe Auftragsbestand lasse erwarten, dass die Erholung der Produktion in Zukunft eher schleppend verlaufen wird.

Einheimische Lieferanten sind auf Kurs

Grund für den Aufschwung dürften die umgestalteten Lieferketten sein. So erhielten vermehrt einheimischen Lieferanten den Vorzug, gefolgt von solchen aus dem EU-Raum. Wie aus einer Umfrage von procure.ch hervorgeht, haben viele Unternehmen versucht, das Risiko von einseitigen Import- oder Exportbeziehungen zu mindern, indem sie auf einen breiteren Lieferantenstamm zurückgegriffen haben. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen haben ihre Lieferketten aufgrund der Coronakrise umgestaltet. Darunter plant jedes zweite Unternehmen, den Hauptfokus auch in Zukunft auf Lieferanten
aus der EU zu setzen. Von dieser Entwicklung profitieren auch die Aargauer Unternehmen.

Dass trotzdem noch nicht alles ausgestanden ist, zeigt wiederum die Zurückhaltung bei den Investitionen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) geht hier von einem nicht unerheblichen Rückgang aus. Besonders vorsichtig sind die Unternehmen laut der Aargauischen Kantonalbank bei den Investitionen in die Ausrüstung. Diese ging um 14 Prozent zurück. Deutlich zeigt sich dies bei den Verkäufen von Last- und Lieferwägen.

Der von der AKB gewichtete und international als besonders verlässliche geltender Wert habe sich seit Jahresbeginn stetig verschlechtert, heisst es in der gestern veröffentlichten Publikation. So geht die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure für das Gesamtjahr von einem Minus von rund –25% aus. Mit der AMAG-Gruppe und der Emil Frey AG befinden sich gleich zwei im Automobilhandel tätige Unternehmen im Kanton Aargau. Dass die Krise auch in der Region noch immer nicht ausgestanden ist, dürften vor allem Firmen aus diesem Bereich weiterhin zu spüren bekommen.

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