Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) schlug vor, nur den Bözberg und das Zürcher Weinland als mögliche Standorte weiterzuverfolgen. Nun ist Nördlich Lägern plötzlich wieder im Rennen: Zuerst die Atomaufsichtsbehörde Ensi, später auch der Ausschuss der Kantone, fordern weitere Abklärungen und Untersuchungen von der Nagra.

Nagra-Entscheid zum Atommüll-Lager: Die Reaktionen der Gewinner

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Aufatmen in Niederamt, Däniken und Lägern

Der Verein Loti, der sich gegen ein Endlager im Gebiet Nördlich Lägern einsetzt, kritisiert dies in einer Mitteilung heftig. «Nun macht das ganze Verfahren noch mehr Schlingen, noch mehr Gutachten und Untersuchungen werden gefordert, die den Menschen auf beiden Seiten des Rheins vorgaukeln, es ginge um Sicherheit, obwohl nur politische Interessen spielen.»

Atomendlager: Seismische Messungen im Zürcher Weinland

Atomendlager: Seismische Messungen im Zürcher Weinland

Die Nagra prüft derzeit Standorte auf eine mögliche Atomendlagerung. Heute untersuchte sie die Region im Zürcher Weinland auf ein mögliches Tiefenlager für radioaktive Abfälle. Mit Vibrationsfahrzeugen werden seismischen 3D-Messungen im geologischen Untergrund durchgeführt, um sicherheitstechnische Analysen zu beurteilen.

Die Nagra habe gute Gründe, das Gebiet als ungeeignet einzustufen, hält der Verein fest. Geologen hätten dargelegt, dass der Standort die Voraussetzungen für die sichere Verwahrung von Atommüll nicht erfülle. Dass die Kantone hinter den Kulissen verhandelten, um den Standort ins Verfahren zurückzubringen, sei ein Affront für die Regionalkonferenz Nördlich Lägern. Eine Suchmaschine für ein «vergleichsweise sicheres Lager» werde in Gang gesetzt und verursache unnötige Mehrkosten. (fh)