Aargauer Kultur

Kulturchef kehrt Aargau den Rücken und wechselt nach Bern

Thomas Pauli-Gabi wird Direktor des Bernischen Historischen Museums.

Thomas Pauli-Gabi wird Direktor des Bernischen Historischen Museums.

Der Abteilungsleiter Kultur, Thomas Pauli-Gabi, verlässt den Aargau und nimmt eine neue Stelle in Bern an: Ab 1. Mai 2020 wird er Direktor des Bernischen Historischen Museums.

DDie Stiftung Bernisches Historisches Museum hat den Abteilungsleiter Kultur des Kantons Aargau, Thomas Pauli-Gabi, zum neuen Direktor des Bernischen Historischen Museums in Bern ernannt. Er wird die neue Stelle am 1. Mai 2020 antreten, wie das Aargauer Bildungs- und Kulturdepartement mitteilt.

Thomas Pauli-Gabi habe sich während fast 19 Jahren in verschiedenen Funktionen erfolgreich und nachhaltig für den kantonalen Kulturbereich engagiert, seit dem Jahr 2013 als Leiter der Abteilung Kultur, heisst es in der Mitteilung.

Der 53-Jährige leitet seit sechseinhalb Jahren und noch bis März 2020 die Abteilung Kultur des Kantons Aargau, zu der das Kunsthaus, das Museum Aargau, die Denkmalpflege, die Kantonsarchäologie, Bibliothek und Archiv Aargau sowie die Geschäftsstelle des Aargauer Kuratoriums und die Fachstelle Kulturvermittlung gehören. Er ist damit verantwortlich für die kantonale Kulturförderung, -pflege und -vermittlung.

Kultur im Aargau trotz Sparprogrammen auf Kurs

«Es ist für mich eine Rückkehr zu meiner ursprünglichen Leidenschaft», sagt Pauli-Gabi auf Nachfrage zu seinem Abgang, «ich interessiere mich sehr für Archäologie, Geschichte und Wissensvermittlung, dies steht am Historischen Museum in Bern im Zentrum.»

Er habe sich deshalb entschieden, im Alter von 53 Jahren nochmals eine neue Herausforderung anzunehmen. «Eine solche Gelegenheit ergibt sich nicht oft, ich freue mich sehr auf die kommende Aufgabe», sagt er.

In den letzten Jahren wurden im Kantonsbudget markante Einsparungen im Kulturbereich getätigt – verlässt Pauli-Gabi den Aargau deshalb? Ist er frustriert, dass die finanziellen Mittel für die Kultur im Kanton knapp sind? «Wenn ich vor zwei oder drei Jahren gegangen wäre, als der Aargau massiv sparte, wäre diese Frage berechtigt gewesen», sagt der scheidende Kulturchef.

Inzwischen sehe das Budget aber wieder besser aus, die Abteilung Kultur sei gut aufgestellt, auch personell werde ausgezeichnete Arbeit geleistet. «Natürlich ist die Entwicklung in der Kultur nie abgeschlossen, aber die wichtigen Vorhaben sind gut aufgegleist, so kann ich meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger einen gutfunktionierenden Betrieb übergeben», sagt Pauli-Gabi. Die frei werdende Leitungsposition der Kulturabteilung wird gemäss Mitteilung des Kantons öffentlich ausgeschrieben.

Aargauer Kulturleben über zwei Jahrzehnte mitgeprägt

In die Tätigkeitszeit von Thomas Pauli-Gabi als Leiter Abteilung Kultur fallen verschiedene Grossprojekte. Ein wichtiges Anliegen sei es ihm gewesen, mit der Erarbeitung und Umsetzung eines kantonalen Kulturkonzepts der Aargauer Kulturpolitik eine breitabgestützte, strategische Ausrichtung zu geben.

Mit verschiedenen Projekten habe Pauli-Gabi mit seinem Team dazu beigetragen, das Selbstverständnis des Kantons Aargau als Kulturkanton zu stärken. So feierte der Kanton im Jahr 2015 unter Beteiligung der Regionen das Gedenkjahr zu 600 Jahren Aargau in der Eidgenossenschaft, es wurde ein Vermittlungskonzept «Doppeltür» für das jüdisch-christliche Kulturerbe im Surbtal erarbeitet, ein Themenjahr «Industrie- Welt Aargau» 2019/2020 initiiert und mehrere kulturelle Bauprojekte, wie der Neubau des Stapferhauses in Lenzburg und die Alte Reithalle in Aarau, aktiv gefördert.

Zurzeit setze die Kulturabteilung ein Freiwilligenprogramm in Kunsthaus, Kantonsbibliothek, Kantonsarchäologie und Museum Aargau um und involviere die Bevölkerung dadurch direkt in die Kulturpflege und -vermittlung.

Schon vor seiner Wahl zum Leiter Abteilung Kultur habe der ausgebildete Archäologe beim Kanton erfolgreiche und überzeugende Arbeit geleistet und seine Fähigkeit als Führungsperson unter Beweis gestellt, teilt das Departement mit.

Während seiner Zeit als Leiter Ausgrabungen Vindonissa wurde die Strategie neu ausgerichtet. Dies mit dem Ziel, diesen bedeutenden archäologischen Fundplatz im Aargau besser zu erforschen, zu schützen und einem breiten Publikum zu vermitteln.

Legionärspfad Vindonissa zum Erfolg geführt

«Insbesondere die unter seiner Leitung erfolgte Planung und Realisierung des Legionärspfads, der heute ein fester Bestandteil von Museum Aargau ist, hat die Vermittlung des römischen Erbes im Kanton enorm aufgewertet», heisst es in der Mitteilung.

Inzwischen sei der Legionärspfad zu einem national beliebten Ausflugsziel avanciert, gerade für Schulklassen. Unter seiner Führung als Direktor von Museum Aargau sei das kantonale Historische Museum neu positioniert worden und habe sich mit der Strategie «Geschichte am Schauplatz erleben» zu einem der erfolgreichsten Museen in der Schweiz entwickelt.

Die neue Aufgabe in Bern biete Pauli-Gabi die Möglichkeit, «eines der bedeutendsten Schweizer Museen mit grossen Plänen für eine Gesamterneuerung, ein neues Sammlungszentrum und die Entwicklung eines Berner Museumsquartiers in die Zukunft zu führen», teilt das Departement mit.

Der Regierungsrat bedauert den Weggang von Thomas Pauli-Gabi laut der Mitteilung ausserordentlich und dankt dem Kulturchef für dessen «grossen und erfolgreichen Einsatz für den Kanton».

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