Denkmaltage in Laufenburg

Kulturdirektor Alex Hürzeler: «Die Altstadt als Ganzes ist für mich ein Erlebnis»

Regierungsrat Alex Hürzeler wird in Unterkulm seine Erwartungen an die Bezirksschulstandorte erläutern. sar

Regierungsrat Alex Hürzeler wird in Unterkulm seine Erwartungen an die Bezirksschulstandorte erläutern. sar

Am Wochenende finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Kulturdirektor Alex Hürzeler spricht im Interview über Laufenburg, den Denkmaltag – und weshalb es kein Denkmal «Hürzeler» geben wird.

Herr Hürzeler, an den Denkmaltagen konzentriert sich die Kantonale Denkmalpflege erstmals auf eine Gemeinde – Laufenburg. Ist das eine Hommage an Ihre Heimat?

Alex Hürzeler: Es freut mich als Fricktaler natürlich besonders, dass die Wahl auf Laufenburg gefallen ist. Die Kantonale Denkmalpflege hat dabei aber sicherlich nicht an mich gedacht. Es geht vielmehr darum, den Besucherinnen und Besuchern an einem Ort konzentriert mehr zu bieten – und Laufenburg bietet spannende Objekte, über die es viel zu erzählen gibt.

Böse Zungen könnten sagen: Sie wollen sich selber ein Denkmal setzen.

Ich würde mich hüten, mich mit einem Heinrich Pestalozzi oder Heinrich Zschokke auf gleiche Stufe zu setzen. Nach Augustin Keller wäre ich dann wohl der zweite Regierungsrat, dem im Aargau ein Denkmal gesetzt würde. Nein, das ist nicht die Idee der Denkmaltage.

Was führte dann zur Wahl von Laufenburg?

Das Städtchen eignet sich mit Burgruine, Türmen, Stadtmauer sowie reichen Stadt- und Patrizierhäusern einfach hervorragend für Führungen und Erlebnisse für die ganze Familie zum Thema gebautes Kulturerbe.

Was verbindet Sie persönlich mit Laufenburg?

Ich habe in den 80er-Jahren während dreier Jahre das KV in Laufenburg besucht. Ich kenne die Altstadt zwar nicht wie meine Westentasche, aber habe dennoch viele gute Erinnerungen an diese Zeit. Heute bin ich insbesondere als Kulturdirektor, aber auch privat als Fricktaler immer wieder in Laufenburg unterwegs.

Welches Laufenburger Baudenkmal gefällt Ihnen am besten?

Die Altstadt Laufenburg als Ganzes ist für mich ein Erlebnis. Sehr imposant ist natürlich auch das Rheinkraftwerk: Moderne Technik, Arbeitsplätze, Wasser und Energie gehen dort in einem schützenswerten Objekt Hand in Hand.

Sie bezeichnen die Stadt in der Denkmaltage-Broschüre als pittoresk. Wäre verschlafen nicht treffender?

Überhaupt nicht. Spazieren Sie aktuell durch die Altstadt, sie treffen auf einige Baustellen. Aber es ist leider ein Fakt, dass auch Laufenburg in den letzten Jahrzehnten aus wirtschaftlichen Gründen zu einer eher malerischen und weniger pulsierenden Altstadt wurde – im Gegensatz zu meiner Jugendzeit. Aber ich stelle erfreut fest, dass sich das gerade jetzt wieder verändert.

In Laufenburg zeigt sich doch aber, wie schwierig es ist, trotz bewegender Geschichte in eine bewegte Zukunft zu finden.

Laufenburg und seine Einwohnerinnen und Einwohner sind mit dem beschlossenen Altstadtkonzept auf dem richtigen Weg. Das Konzept will den historischen Ortsteil pflegen und erhalten – gleichzeitig aber Laufenburg als attraktive Wohnstadt weiter beleben. Dass die Zukunft der Altstädte «bewegt» bleibt, ist auch dem Regierungsrat ein Anliegen. So hilft die Standortförderung des Kantons Aargau aktiv bei den Stadtentwicklungen mit.

Die Tage des Denkmals weisen rückwärts. Ist das noch zeitgemäss?

Das stimmt so nicht. Alle Objekte, die gezeigt werden, haben zwar eine historische Komponente, aber sie stehen alle in einer zeitgemässen Nutzung. Ein Paradebeispiel dafür ist die aktuelle Restaurierung des Alten Grundbuchamts in Laufenburg. Die Führung im Rahmen der Denkmaltage wird zeigen, wie hier Altes und Neues harmoniert und sich ideal verbinden lässt.

Weshalb braucht es die europäischen Tage des Denkmals?

Die Denkmaltage wollen den Besucherinnen und Besuchern, Jung und Alt, ganz einfach unser Kulturerbe näher bringen. Sie ermöglichen einen Zugang zu üblicherweise geschlossenen Gebäuden und präsentieren Geschichten und denkmalpflegerische Aspekte, die sonst verborgen bleiben. Natürlich geht es auch darum, die Bevölkerung über die Arbeit der Kantonalen Denkmalpflege zu informieren und zu zeigen, dass Vergangenheit schützen nicht Zukunft verhindern heisst. Ganz im Gegenteil!

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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