«Heute ist ein historischer Tag.» So bezeichnete Bernhard Kaufmann, Präsident der Pächtervereinigung unteres Aaretal, den Moment, als nach 60 Jahren erstmals wieder Lachse in der Aare herumschwimmen. In den 1950er-Jahren wurden sie dort ausgerottet.

In einem Seitenkanal beim Klingnauer Stausee setzten am Donnerstag 45 Bezirksschüler in ihrem Biologieunterricht die rund drei Zentimeter langen Jungfische aus. Damit die Junglachse nicht sofort gefressen werden, hat man den Binnenkanal elektrisch ausgefischt und vor allem Forellen, die den Junglachsen gefährlich werden könnten, in einen anderen Kanal umgesiedelt.

Nach rund zwei Jahren wandern die Lachse in die Nordsee zurück. Nach einigen Jahren kehren sie als ausgewachsene Atlantiklachse in den Bach zurück, in den sie ausgesetzt wurden. Dort laichen sie. Möglich macht dies der ausgezeichnete Geruchssinn der Lachse, die in der Lage sind, Pheromone wahrzunehmen und zielsicher den Weg zurück in die Kinderstube zu finden.

10 000 Lachse in Aargau gebracht

In den Aargau kamen die Jungfische am Donnerstag auf dem Wasserweg: Ein Boot der Basler Polizei brachte die Fracht von einer Fischzucht im Elsass auf dem Rhein nach Rheinfelden.

Lachse in der Aare ausgesetzt

In der Aare werden Lachse ausgesetzt

Dort wurden die 10 000 Lachse auf einen Kleintransporter umgeladen, mit dem sie gleichentags nicht nur in die Aare, sondern auch in verschiedenen Bächen im Fricktal ausgesetzt wurden.

David Bittner von der kantonalen Sektion für Jagd und Fischerei hatte extragrosse Transportbehälter mitgebracht, die er mit seinem Team mit Rheinwasser füllte und mit einer Sauerstoffanlage bestückte.

«Es ist sehr wichtig, die Lachse auf dem Transport an die verschiedenen Aargauer Gewässer mit Sauerstoff zu versorgen, bevor sie in die Freiheit entlassen werden», so der Biologe Bittner.

10'000 Lachse Erblicken das Lciht des Fricktals

10'000 Lachse erblicken das Licht des Fricktals

Jedes Jahr werden im Aargau dank des Lachsprojekts Lachs 2020 neue Tiere ausgesetzt. Es sei wichtig, so Bittner, dass eine möglichst grosse Zahl von Lachsen in den Aargauer Gewässern ausgesetzt werde. «Sind es Jungfische, ist die Chance umso grösser, dass sie in einigen Jahren als ausgewachsene Lachse zurückkehren.»

Noch ist allerdings der Weg für die aufsteigenden Lachse vom Meer her mit Hindernissen gespickt, gibt es doch im Rhein gegenwärtig sechs Staustufen, die nicht lachsgängig sind. Werden die Aufstiegshilfen wie geplant realisiert, rechnet Bittner mit der Rückkehr des Lachses in den Aargau bis 2020.