Schuljahresstart

«Lehrer brauchen ein neues Rollenverständnis»: Dominique Metzler über die Digitalisierung

Auch die Kantonsschule Zofingen hat den Schub zu spüren bekommen, den die Digitalisierung durch die Folgen der Pandemie erhielt. Prorektor Dominique Metzler äussert sich anlässlich der Pressekonferenz zum Schuljahresstart nun zur aktuellen Lage.

Die Coronakrise hat ihr nochmals zusätzlichen Schub gegeben: der Digitalisierung. Das gilt auch für Lehrpersonen, die ihre Schüler während des Lockdowns plötzlich aus der Ferne unterrichten mussten und damit noch stärker auf technische Hilfsmittel angewiesen waren. Auch die Kantonsschule Zofingen hat diesen Schub zu spüren bekommen.

Sie war allerdings vergleichsweis gut darauf vorbereitet, hat sie in Sachen Digitalisierung doch so etwas wie eine Vorreiterrolle inne. Vor vier Jahren startete die Kanti ein Projekt zur digitalen Transformation. Ohne Druck von aussen, aus Eigeninitiative heraus, wie Prorektor Dominique Metzler anlässlich der Pressekonferenz zum Schuljahresstart sagte.

Ein Prozess über viele Jahre, der den Unterricht verändert

Seither haben alle Kantischüler einen eigenen Laptop im Unterricht dabei, über Programme wie OneNote oder Microsoft Teams können sie sich untereinander und mit der Lehrperson austauschen, gemeinsam Aufgaben lösen oder sogar Prüfungen schreiben. Das habe den Unterricht ganz grundsätzlich verändert, so Metzler: «Bisher haben die Lehrpersonen vor der Klasse Wissen vermittelt. Nun haben die Schüler so viel Wissen in der Kiste auf dem Pult.» Das habe Folgen: «Die Lehrer brauchen ein neues Rollenverständnis.»

Sie seien neu mehr Coaches als Wissensvermittler. Damit müssen sie auch die Art und Weise, wie sie unterrichten, anpassen. Ein Beispiel: Sassen die Schüler zu Beginn, den Laptop aufgeklappt, frontal der Lehrperson gegenüber, änderte sich dies im Verlauf des Prozesses. Immer häufiger würden sie neu in Gruppen zusammensitzen und gemeinsam Aufgaben lösen.

Der Prozess der digitalen Transformation werde noch eine ganze Weile so weitergehen, davon ist Metzler überzeugt: «Das ist kein klassisches Projekt, das man aufgleist und dann irgendwann abschliesst. Das funktioniert hier nicht.» Die digitale Transformation sei ein Prozess über viele Jahre, der sowohl im Unterricht – etwa mit neuen Formen, wie sich Schüler und Lehrer organisieren, oder anderen Prüfungsarten – als auch für die Schule viele Veränderungen mit sich bringen wird. Dort etwa mit neuen Unterrichtsformen, neuer Infrastruktur, die benötigt wird, oder auch neuen Anforderungen, die an die Lehrpersonen gestellt werden.

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