Wer übertreibt jetzt: Die Regierung mit ihrem Sparpaket für die Bildung oder die Lehrer mit ihrem Sturmlauf dagegen?

Moderator Christian Dorer, Chefredaktor der Aargauer Zeitung, brauchte keine Peitsche als Löwenbändiger im «TalkTäglich» von Tele M1. Seine Gesprächspartner argumentierten gesittet und überzeugend – auf beiden Seiten. Aber inhaltlich sind die Positionen meilenweit voneinander entfernt, diese Gräben lassen sich nicht zuschütten.

Sparen, «wo es weniger weh tut»

Staatsschreiber Peter Grünenfelder vertrat die Regierung so gut, dass der Moderator das rhetorische Fliessband manchmal abstellen musste. Damit Elisabeth Abbassi die ernsten Sorgen ihrer Berufsleute auch gebührend darlegen konnte. Für die Vizepräsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (alv) lautet das Fazit, die Regierung müsse die schlimmsten Massnahmen zurücknehmen. Sie solle doch dort sparen, «wo es weniger wehtut».

Es sei für die Lehrerschaft «unbegreiflich und unerträglich, auf dem Buckel der Schwächsten zu sparen». Es gebe keine Möglichkeit mehr, die Schüler individuell zu fördern. Einmal mehr wolle der Kanton auf Vorrat sparen.

Schule macht Emotionen

Warum werden der Volksschule 35 des 120 Millionen Franken grossen Sparpaketes aufgebürdet? Von einer «leichten Bremsung des Wachstums» sprach Staatsschreiber Grünenfelder. Die Schule koste den Kanton jährlich 1,4 Milliarden Franken, die Hälfte werde für die Primarschule aufgewendet.

Und die Regierung habe doch nicht alle 8000 Lehrer im Voraus befragen können. «Wenn es um die Schule geht, gehen die Emotionen immer hoch», stellte Grünenfelder nüchtern fest.

Die erste öffentliche Diskussion über Sparen, Klassengrössen und Schule Aargau zeigte: Der Streit hat erst richtig begonnen und wird noch für viele rote Köpfe sorgen.

Den Link zur Sendung «TalkTäglich» finden sie hier.