Medienpreis Aargau/Solothurn

Medienpreis: Qualität aus der Region für die Region

Die az Aargauer Zeitung kann wieder mehrere Medienpreis-Gewinner ausweisen: In der Sparte Foto gewinnt Emanuel Freudiger, in der Sparte Print Pascal Meier. Und Hans Fahrländer wird für sein Lebenswerk gewürdigt.

Vier Journalisten und eine Journalistin teilen sich den diesjährigen Medienpreis Aargau/Solothurn, der am Montag in Olten verliehen wurde. Der Medienpreis mit einer Preissumme von 12 000 Franken wurde dieses Jahr zum 14. Mal vergeben. Er wird von der Aargauer und der Solothurner Regierung sowie den in den beiden Kantonen ansässigen Medienunternehmen getragen und hat Anerkennung und Förderung der journalistischen Qualität in der regionalen Berichterstattung zum Zweck.

Der gefallene Autokönig

Aus rund 120 Einsendungen haben sich gleich drei Preisträger der az-Redaktion der Fachjury unter dem Präsidium des ehemaligen Fernsehdirektors Peter Schellenberg mit herausragenden Beiträgen empfohlen:

In der Sparte Print waren dies Pascal Meier und Co-Autor Christian Bütikofer (heute «Handelszeitung») mit ihrer Serie über Aufstieg und Fall des «Autokönigs» Riccardo Santoro - einer Serie, die ihren Ursprung bei der Online-Berichterstattung hatte. Der Zusammenbruch seiner SAR Premium Cars AG beschäftigt heute die Aargauer Staatsanwaltschaft, die für die Bearbeitung des aufwendigsten Strafverfahrens im Bereich der Wirtschaftskriminalität der letzten 20 Jahre eigens aufgestockt werden musste.

In der Kategorie Foto entschied sich die Fachjury für die Bildserie «die grösste Stadt im Mittelland» von az-Fotograf Emanuel Freudiger.

In der Kategorie Radio geht der Medienpreis an Manuel Wälti von Radio Argovia. Er wurde für einen Jahresrückblick ausgezeichnet, in dem er nachzeichnete, wie die Gemeinde Bettwil durch die Auseinandersetzungen um die geplante Asylunterkunft landesweite Bekanntheit erlangte. In der Sparte TV entschied sich die Jury für einen Beitrag der Journalistin Karin Bauer von SF TV «Reporter». Sie erzählt in ihrer Reportage die Geschichte eines 25-jährigen, in der Schweiz geborenen Türken, der nach mehreren Gewalttaten ausgewiesen wurde - in eine Heimat, die er nur aus den Ferien kannte.

Würdigung eines Lebenswerks

Eine besondere Auszeichnung gewissermassen ausser Konkurrenz wurde einem Urgestein der az-Redaktion zuteil: Die Geschichte der AZ Medien, das ist auch die Lebensgeschichte von Hans Fahrländer. Auf Anregung der Fachjury Print unter der Leitung von Josefa Haas entschied sich der Trägerverein des Medienpreises für eine ausserordentliche Würdigung eines journalistischen Lebenswerks. Das facettenreiche Schaffen Hans Fahrländers wurde den Gästen der Feier von Ludwig Hasler nähergebracht (seine Laudatio nebenstehend).

Der Präsident des Vereins Medienpreis Aargau/Solothurn, Thomas Müller, konnte eine Rekordzahl von über 180 Gästen im Stadttheater Olten begrüssen. Für den Solothurner Landammann Peter Gomm ein positives Zeichen eines über die Trägerkantone hinausreichenden Interesses am Geschehen und am Medienschaffen im Mittelland zwischen den grossstädtischen Zentren. Gomm ging in seiner Begrüssung launisch auf das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Politikern und Medienschaffenden ein und meinte, die Präsenz der Regierung sei ein Zeichen der Anerkennung dafür, dass die Medienhäuser sich zur Hochhaltung der Qualität in der Berichterstattung bekennen.

Eine Qualität, von der Jury-Präsident Peter Schellenberg nicht immer nur begeistert ist. Die viel zitierte Konvergenz-Strategie und die Vorstellung, dass jeder Medienschaffende alles kann, berge die Gefahr eines formalen Einheitsbreis, wogegen in Schellenbergs Überzeugung «jedes Medium eigene Gesetze und eine eigene Vermittlungsqualität hat».

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