Debatte

Mehr Autobahn-Unfälle: Sind 6 Spuren oder Tempo 80 das richtige Rezept?

Anfang Februar 2014 kam es auf der Autobahn A1 bei Neuenhof zu einer Massenkarambolage. 21 Personen wurden verletzt, eine davon schwer. (Archiv)

Anfang Februar 2014 kam es auf der Autobahn A1 bei Neuenhof zu einer Massenkarambolage. 21 Personen wurden verletzt, eine davon schwer. (Archiv)

Auf den Autobahnen im Aargau hat es 2014 deutlich häufiger gekracht als im Vorjahr. Für die Polizei ist das nicht verwunderlich – weil der Verkehr zunimmt. Doch was ist dagegen zu tun? Die Meinungen gehen auseinander.

Es war einer der schlimmsten Unfälle im letzten Jahr auf einer der Aargauer Autobahnen: Anfang Februar kam es an einem späten Samstagabend nach dem Baregg-Tunnel bei Neuenhof zu einer Massenkarambolage mit 13 Fahrzeugen. 21 Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Ursache war damals Glatteis (die az berichtete).

Autobahn-Autounfälle nehmen im Aargau massiv zu

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Die Massenkarambolage war laut der Aargauer Unfallstatistik einer von nicht weniger als 476 Unfällen im 2014 auf den Autobahnen im Kanton. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr (397 Unfälle), wie Tele M1 berichtet. Für die Polizei ist die Zunahme kein Zufall. «Wir haben immer mehr Verkehr auf der Autobahn», sagt Mediensprecher Bernhard Graser dem Regionalsender. «Die Stimmung wird nervöser und aggressiver.» Wenn man dann auch noch den Abstand nicht einhalte, telefoniere oder sonst nicht aufmerksam sei, dann gebe es Unfälle.

Polizeistatistik 2014: In fast allen Belangen sind die Straftaten zurückgegangen. Dafür ist die Situation auf den Strassen prekärer geworden.

Polizeistatistik 2014: In fast allen Belangen sind die Straftaten zurückgegangen. Dafür ist die Situation auf den Strassen prekärer geworden.

Auch für Fuhrhalter und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner ist klar, dass der Mehrverkehr zu mehr Unfällen führt, etwa zu Auffahr-Kollisionen bei Stau oder bei Baustellen. Sein Rezept dagegen: «Dann muss man die Infrastruktur ausbauen», sagt er zu Tele M1. Konkret meint er damit den Ausbau auf sechs Spuren. «Es gibt gar nichts anderes als dass wir endlich bauen, auch im Aargau.»

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) sieht das ganz anders. Man dürfe jetzt auf keinen Fall die Autobahn auf sechs Spuren ausbauen. «Ein gefährlicher Unsinn» wäre das in den Augen von Geschäftsführer Micha Siegrist. Das hätte gerade den gegenteiligen Effekt, nämlich dass der Verkehr noch mehr zunehme und es noch mehr Unfälle geben würde. Stattdessen spricht er sich für eine Temposenkung auf 80 km/h aus. (pz)

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