Suhr
Mehr Betreuung für junge Asylsuchende: Darum geht es beim Projekt «UMA plus»

Volljährig und doch nicht erwachsen – ein neues Betreuungsprojekt in Suhr soll Probleme mit jungen Asylsuchenden verhindern. Die Unterkunft in Suhr wird dazu reorganisiert.

Katja Schlegel
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Asylbewerber, die mit dem Eintritt ins 18. Lebensjahr, in reguläre Asylunterkünfte wechseln, sind in ihrem neuen Umfeld oft überfordert. (Symbolbild)

Asylbewerber, die mit dem Eintritt ins 18. Lebensjahr, in reguläre Asylunterkünfte wechseln, sind in ihrem neuen Umfeld oft überfordert. (Symbolbild)

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Bei ihrem Besuch in der Menziker Unterkunft für UMA (unbegleitete minderjährige Asylsuchende) sagte Regierungsrätin Franziska Roth, dass ein Teil der UMA-Unterkunft in Suhr zu einer Unterkunft «UMA plus» werde. Das schrieb das «Wynentaler Blatt» letzte Woche. Doch was steckt hinter dem neuen Begriff «UMA plus»? Und was bedeutet dieses Projekt für Suhr?

Aktuell werden UMA in den drei kantonalen Unterkünften in Aarau, Suhr und Menziken betreut. Da sind sie unter sich, werden eng betreut und sozialpädagogisch und psychologisch unterstützt, um später ein eigenständiges Leben führen zu können. Bislang war die Regel: Wer seinen 18. Geburtstag gefeiert hat, wechselt bei Gelegenheit in eine reguläre Asylunterkunft.

Ein Wechsel, der laut Karin Müller, Leiterin Kommunikation des Departements Gesundheit und Soziales, in der Vergangenheit manchmal mit Problemen verbunden war. «Viele der jungen Asylsuchenden sind zwar keine Jugendlichen mehr, aber eben auch noch nicht ganz erwachsen.» Das führe dazu, dass sie in Unterkünften mit Erwachsenen überfordert seien und entsprechend reagieren. «Wir haben festgestellt, dass reguläre Unterkünfte für viele junge Asylsuchende kein gutes Umfeld sind und einige von ihnen aufmüpfig reagieren», sagt Müller. Diesem Problem soll «UMA plus» nun entgegenwirken: Ein Projekt für 18- bis 20-Jährige, welche aufgrund verschiedener Defizite noch weiter eine engere Betreuung benötigen, um den Übertritt ins Erwachsenenalter und das Berufsleben gut meistern zu können.

«Der Bedarf ist gross»

Angesiedelt werden soll das Projekt in der Unterkunft in Suhr, wo aktuell noch Renovierungsarbeiten laufen. «Der Start von ‹UMA plus› wird am 1. September erfolgen», sagt Müller. Das Projekt bietet maximal 24 jungen Erwachsenen Platz und gilt nur für junge Erwachsene aus UMA-Unterkünften, nicht für solche aus Pflegefamilien. «Der Bedarf ist gross, darum gehen wir von einer Vollbelegung aus», sagt Müller. Trotzdem rechne sie nicht damit, dass die Reorganisation für Suhr eine zahlenmässige Zunahme von Asylsuchenden bedeute. «Aktuell haben wir im Kanton sehr wenige Zuteilungen von jugendlichen Asylsuchenden.» Seit Anfang Jahr waren es sieben.

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