Reaktion

Mehr Geld für Lehrer? Die SVP sieht Lohnerhöhungen als nicht finanzierbar an

Mehr Geld für Lehrer? Die SVP ist dagegen.  (Symbolbild)

Mehr Geld für Lehrer? Die SVP ist dagegen. (Symbolbild)

Der Kanton könne sich das teure neue Lohnsystem nicht leisten, kritisiert die Partei des Bildungsdirektors. Die SVP ist deshalb gegen Lohnerhöhungen.

Der Grosse Rat wird sich voraussichtlich im Dezember über das neue Lohnsystem beugen. Und obwohl sich die Parteien grundsätzlich einig zu sein scheinen, dass der Aargau konkurrenzfähige Schulen und marktübliche Lehrerlöhne braucht, so ist der Vorschlag des Regierungsrats doch noch nicht in trockenen Tüchern.

Die SVP, die Partei von Bildungsdirektor Alex Hürzeler, meldet am Freitag nach der regierungsrätlichen Pressekonferenz Opposition an: «Diese Revision ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht umsetzbar und muss sistiert werden», so Grossrätin Doris Iten für die Partei. Die SVP sei mit den Kosten von knapp 70 Millionen Franken für Kanton und Gemeinden nicht einverstanden.

Neues Lohnsystem: 70 Millionen Franken mehr für Aargauer Lehrpersonen

Neues Lohnsystem: 70 Millionen Franken mehr für Aargauer Lehrpersonen

Die Lehrerinnen und Lehrer aus dem Aargau haben im Vergleich zu den Nachbarskantonen einen tieferen Lohn. Die Aargauer Regierung will das ändern und schlägt deshalb ein neues Lohnsystem vor.

Sie kritisiert, dass der Regierungsrat nicht eine gegenüber der Anhörung überarbeitete, kostenneutrale Vorlage unterbreitet habe. Die Einführung zu etappieren, was mehrere Parteien vorschlagen, lehnt der Regierungsrat ab – das würde das Lohnsystem durch Ein- und Austritte verkomplizieren. Auch sei unklar, wie sich die Finanzlage bis zur Einführung Anfang 2022 entwickle.

Die SVP hatte in der Anhörung unter anderem zu bedenken gegeben, dass die Löhne der Lehrpersonen zu rasch steigen würden, was den Kanton teuer zu stehen komme. Gerade im Hinblick auf die Coronakrise seien diese finanziellen Folgen nicht zu rechtfertigen. «In der jetzigen Rezession gewinnt der sichere Lehrerberuf automatisch an Attraktivität und die Konkurrenzsituation entschärft sich», stellt die SVP in ihrer Mitteilung weiter klar.

FDP und CVP prüfen noch, SP dafür, Grüne mit Kritik

Ob die SVP im Grossen Rat auf die Hilfe der FDP zählen kann, ist offen. Sie werde sich zu einzelnen Vorschlägen nach einer kritischen Beurteilung detaillierter äussern, kündet die Partei an. Der zusätzliche Finanzbedarf werde im Hinblick auf die angekündigte finanzpolitische Auslegeordnung zu beurteilen sein. Aber die FDP aner­kennt den Handlungsbedarf für eine Revision des Systems.

«In einer ersten Prüfung stützt die CVP ganz klar das gezogene Fazit der Regierung», teilt die Mittepartei mit. Und die SP stellt in einer Mitteilung klar: «Eine Verschiebung oder gar Ablehnung der Lohnrevision im Grossen Rat wäre für die Aargauer Schule fatal und kommt für die SP nicht in Frage.»

Kritik gibt es von den Grünen, die festhalten: «Das Hauptziel der Lohnrevision, für alle Stufen konkurrenzfähige Löhne bieten zu können, wird klar verfehlt.» Die Revision gehe in die richtige Richtung, sei aber ungenügend. Es brauche mehr als die zusätzlichen 69 Millionen Franken pro Jahr, finden die Grünen.

Die EVP unterstützt das Projekt «in seinen Grundzügen und im finanziellem Umfang». Sie beurteilt die Lohnrückstände zu den Nachbarkantonen in Zeiten des Fachpersonalmangels als äusserst kritisch und stellt sich daher hinter eine komplette Einführung im Jahr 2022. (eva)

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