Schulden

Mehr Ressourcen für Schuldenberatung: Grosser Rat fordert Regierungsrat zum Handeln auf

Die finanziellen Folgen des Lockdown spüren viele Personen erst später. (Symbolbild).

Die finanziellen Folgen des Lockdown spüren viele Personen erst später. (Symbolbild).

Die Schuldenberatung Aargau-Solothurn ist nach dem Lockdown gefordert. Immer mehr Menschen spüren die finanziellen Folgen der Krise nachträglich. Mehrere Grossrätinnen und Grossräte fordern den Regierungsrat nun zum Handeln auf.

Die Coronakrise spüren viele Aargauerinnen und Aargauer – trotz Soforthilfen von Kanton und Bund – im Portemonnaie. Menschen, die bis anhin finanziell über die Runden kamen, droht plötzlich die Verschuldung. Zwar klingelte das Telefon bei der Schuldenberatung Aargau-Solothurn zu Beginn der Coronakrise eher selten. «Mittlerweile gibt es aber wieder eine Zunahme von Anrufen», sagt Geschäftsführerin Barbara Zobrist.

Sie geht davon aus, dass sich die finanziellen Folgen des Lockdown erst jetzt zeigen. «Die Krise dürfte zu einem deutlichen Anstieg von überschuldeten Personen führen», sagt sie. Oft fehlten Einnahmen komplett, brächen durch Arbeitslosigkeit ein oder seien durch Kurzarbeit geringer. «Das hat Auswirkungen auf laufende Schuldenrückzahlungen und verschärft Schuldenprobleme enorm.» Viele Haushalte, die bisher eine unproblematische Verschuldung aufgewiesen hätten, werde es aufgrund der veränderten Einkommenssituation in die Überschuldung treiben.

Nötige Mittel für eine unabhängige Schuldenberatung

Die Verschuldung aufgrund der Coronakrise beschäftigt auch Grossrätinnen und Grossräte verschiedener Parteien. In einer Motion, die sie letzte Woche im Grossen Rat eingereicht haben, beauftragen sie den Regierungsrat, die nötigen Mittel für eine qualifizierte unabhängige Schuldenprävention und Schuldenberatung bereitzustellen. Sie sind überzeugt, dass eine professionelle Beratung Menschen mit Schuldenproblemen hilft, möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, bevor sie in die Schuldenspirale geraten und weiterer Schaden entsteht. «Es ist besser, diesen Menschen wird geholfen, bevor sie Sozialhilfe beantragen müssen», sagt Grünen-Grossrat Severin Lüscher.

Es lohne sich, in eine frühe und niederschwellige Unterstützung der betroffenen Menschen zu investieren. «Wenn dadurch eine Überschuldung verhindert werden kann, profitieren letztlich Kanton und Gemeinden, weil es zu keinen Steuerausfällen oder Steuerausständen kommt.» Barbara Zobrist sagt, um den erhöhten Aufwand bewältigen zu können, werde es mehr personelle Kapazitäten und natürlich auch finanzielle Ressourcen brauchen. (nla)

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