Schweizer Armee

Militärdirektorin Roth: «Mehr junge Leute sollen Militär- statt Zivildienst leisten»

Franziska Roth an ihrem zweiten Auftritt als Militärdirektorin. V.l.n.r.: Div Hans-Peter Walser, RR Franziska Roth, Anton Lauber, KKdt Daniel Baumgartner

Franziska Roth an ihrem zweiten Auftritt als Militärdirektorin. V.l.n.r.: Div Hans-Peter Walser, RR Franziska Roth, Anton Lauber, KKdt Daniel Baumgartner

Gerade einmal rund 20 Tage ist Franziska Roth als neue SVP-Regierungsrätin im Amt und schon zum zweiten Mal stand sie als Militärdirektorin auf der Bühne. In ihrer Grussbotschaft bei der Territorialregion 2 äusserte sie sich erstmals auch politisch: Roth findet, zuviele junge Männer gehen in den Zivildienst.

Bereits im Vorfeld ihres Amtantritts hat Franziska Roth betont, wie sehr sie sich über das Militär als Teil ihres Departements freue

So zeigte sie sich bei der Entlasssungsfeier der Armeeoffiziere am letzten Mittwoch in ihrer Ansprache tief beeindruckt von der Leistung der anwesenden Armeeoffiziere, die im Durchschnitt 828 Diensttage geleistet haben. Das zeuge von viel Engagement, Motivation und Durchhaltewillen. «Wir brauchen Leute wie Sie. Leute wie Sie mit Ihren Erfahrungen und Ihren Fähigkeiten braucht es in unserem Land.»

Mehr Militär-, weniger Zivildienstler

Auch ihren zweiten Auftritt als Militärdirektorin – dem jährlichen Gesamtrapport der Territorialregion 2 –, der am vergangenen Freitag im Campussaal der FHNW Brugg-Windisch stattfand, nutzte Roth dazu, die Wichtigkeit der Armee zu betonen.

So wichtig, dass sie gemäss einer Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport den Wunsch äusserte, es mögen doch mehr junge Leute den Militär- statt den Zivildienst leisten. Der eigentliche Zweck des Zivildienstes sei schliesslich, denjenigen Personen eine Alternative zu bieten, für die der Militärdienst nicht mit dem Gewissen vereinbar sei, so Roths Begründung.

Zwar führt auch der Bund auf der offziellen Website den Gewissenskonflikt als Voraussetzung für ein Zulassungsgesuch im Zivildienst auf. Allerdings ist die Gewissensprüfung bereits seit dem 1. April 2009 abgeschafft. Seither ist jedem militärdiensttauglichen Kandidaten freigestellt, ob er sich für die Rekrutenschule oder für einen Zivildienst entscheidet. Wählt er die zweite Alternative, ist er zwar dazu verplichtet, ein Gesuch einzureichen, dieses muss jedoch ohne ausführliche Erklärung, einem Lebenslauf oder der Darlegung der Gewissensgründe zugelassen werden.

Ter Reg 2 wird zu Ter Div 2

Der Jahresrapport Territorialregion 2, an welchem Roth die Grussbotschaft hielt, informierte über die Weiterentwicklung der Armee. So wird die Ter Reg 2 zu Ter Div 2 (Territorialdivision 2) unbenannt und neu vier Infanteriebatallione erhalten. Dieses Kommando wird ab 2018 in Aarau stationiert sein.

Während man sich im Hinblick auf die militärische Kaderausbildung auf Altbewährtes besinnt – so bleiben die 18 Wochen Rekrutenschule und das komplette Abverdienen des letzten Grades im praktischen Dienste erhalten –, wurde auch das Ausbildungssystem innoviert, wie es weiter in der Medienmitteilung heisst: "Weitermachen" wird mit einem System belohnt, dass die berufliche Weiterbildung im Zivilen finanziell unterstützt wird.

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