Drogen

Mit 446 LSD-Trips und zehn Gramm Koks geschnappt: Obergericht erhöht Strafe für Darknet-Dealer

Der Aargauer Drogendealer muss sechs Jahre hinter Gitter. (Symbolbild)

Der Aargauer Drogendealer muss sechs Jahre hinter Gitter. (Symbolbild)

Ein Aargauer, der online unter dem Pseudonym «Swissguru» Drogen verkauft hat, muss sechs Jahre ins Gefängnis. Eigentlich hatte er auf eine mildere Strafe gehofft. Das Obergericht hat die Freiheitsstrafe, die das Bezirksgericht Bremgarten ausgesprochen hatte, aber um ein Jahr erhöht.

Der heute 30-Jährige hat bis zu seiner Festnahme im Juli 2016 während rund eines Jahres im grossen Stil mit Drogen gehandelt. Im Darknet, also jenem versteckten Teil des Internets, dessen Seiten nur mit einem speziellen Browser aufgerufen werden können und in dem Nutzer keine Spuren hinterlassen, hat er unter anderem LSD, Ecstasy-Pillen und Amphetamin gekauft und verkauft.

«Swissguru», so sein Aliasname im Darknet, habe die Drogen in den von ihm betriebenen Online-Shops mit Fotos angepriesen und seine Kundschaft so zusätzlich zum Kauf von illegalen Drogen animiert, schreibt die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Drogen finanzierte sich «Swissguru» – der damals keiner geregelten Arbeit nachging – sein Leben.

Mindestens 21'545 Franken Gewinn soll er laut Anklageschrift erwirtschaftet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er bis zu zehn Kilogramm Amphetamin und mindestens 87 Gramm Kokain verkauft hat. Als ihn die Polizei festnahm, war er in Besitz von 446 LSD-Trips und rund zehn Gramm Kokain. Ausserdem wurden unter anderem mehr als ein Kilo Marihuana und 154 Ecstasy-Tabletten eingezogen und vernichtet.

Er handelte nicht aus einer finanziellen Not heraus

Das Bezirksgericht Bremgarten hat «Swissguru» im Oktober 2018 zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Dagegen wehrte er sich vor Obergericht. Doch auch die Oberrichter kommen zum Schluss, dass sein Verschulden insgesamt mittelschwer bis schwer sei. Zudem sei von einer beachtlichen kriminellen Energie auszugehen.

Der Beschuldigte habe intensiv mit Drogen gehandelt und unzählige Abnehmer mit teilweise grossen Mengen an Drogen bedient. Er habe aus rein egoistischen Gründen gehandelt und insbesondere nicht aus einer finanziellen Not heraus, hält das Obergericht in seinem Urteil fest und verweist auf rund 330'000 Franken, die der Beschuldigte geerbt hatte.

«Swissguru» hat vor Obergericht eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren beantragt. Er hoffte, höchstens ein Jahr davon absitzen zu müssen. Diesen Antrag lehnte das Obergericht jedoch ab, weil die Strafe, gemessen am Verschulden, zu mild wäre. Trotzdem folgte das Obergericht nicht ganz dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die ihn sieben Jahre ins Gefängnis schicken wollte.

Die Richter reduzierten die Strafe um ein Jahr, weil er mit seinen Aussagen die Strafverfolgung wesentlich vereinfacht hat. Auch, dass er sich einsichtig und reuig zeigt, rechnen sie ihm leicht strafmindernd an. Dass er seit seiner Zeit in Untersuchungshaft keine Drogen mehr konsumiert, eine Freundin hat und einer Arbeit nachgeht, würdigt das Gericht zwar positiv. Dies stelle allerdings den Normalfall dar und rechtfertige keine Strafreduktion. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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