Im Rat der Aargauischen Kantonalbank (AKB) sitzt derzeit keine Frau. Das oberste Leitungsgremium der Bank, das auch die Aufsicht über die Geschäftsführung wahrnimmt, wird künftig aber keine reine Männerrunde mehr sein. Dafür sorgt die Wahl von Andréa Belliger zum achten Ratsmitglied.

Die 46-jährige Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Luzern und Professorin am Institut für Kommunikation und Führung wurde am Dienstag von der Mehrheit des Grossen Rats gewählt. 71 Stimmen reichten der offiziellen Kandidatin bereits im ersten Wahlgang zum absoluten Mehr. Belliger setzte sich gegen den SVP-Sprengkandidaten Christian Neff durch, der 57 Stimmen erhielt.

Der Regierungsrat hatte den Bankrats-Posten nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern liess ein Headhunter-Büro nach geeigneten Kandidatinnen suchen. Dieses Vorgehen sorgte für Kritik der SVP, worauf sich die Partei selbst auf die Suche nach einem neuen Bankratsmitglied gemacht hat.

In einem auf Facebook veröffentlichten Inserat hiess es, der Vorschlag einer Kandidatin «ohne öffentliche Ausschreibung und mit der Vorgabe des weiblichen Geschlechts», sei nicht optimal. Deshalb schlug die SVP dem Rat gestern mit dem St. Galler Christian Neff einen Sprengkandidaten zur Wahl vor.

Fraktionschef Jean-Pierre Gallati erklärte diesen Schritt in der Debatte nicht nur mit dem Vorgehen der Regierung, sondern auch damit, dass die offizielle Kandidatin nicht zu überzeugen vermocht habe.

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