«Ich habe Menschen vertraut, denen ich nicht hätte vertrauen sollen», sagte der 34-jährige Kosovare vor dem Bezirksgericht Zofingen. Sechs Seiten umfasste die Anklageschrift, die ihm zur Last gelegt wurde.

Unter anderem wurde ihm mehrfache Urkundenfälschung, mehrfache Fälschung von Ausweisen sowie mehrfacher rechtswidriger Aufenthalt und mehrfache Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit vorgeworfen.

Im März 2015 reiste der Beschuldigte mit einem gefälschten griechischen Pass in die Schweiz ein. Beim Migrationsamt des Kantons Zürich legte er wenig später eine ebenfalls gefälschte griechische Identitätskarte vor und erschlich sich so eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung.

Den Behörden fiel offenbar nicht auf, dass die Dokumente gefälscht waren. Die Aufenthaltsbewilligung berechtigte den zweifachen Familienvater, in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Fast ein Jahr lang arbeitete er als Hilfsmaler in der Firma seines Schwagers in der Region Zofingen. Es war schliesslich ein Vorarbeiter, welcher den Schwindel im Mai 2016 auffliegen liess. Bei einer Personenkontrolle durch die Polizei gab der Vorarbeiter an, sein Arbeitskollege sei ein Albaner. Doch dieser wies sich als Grieche aus. Die Polizei wurde misstrauisch und nahm den 34-Jährigen mit aufs Polizeikommando. Dort stellte sich heraus: Die Ausweise waren gefälscht.

Einschlägig vorbestraft

15 000 Euro habe er für die gefälschten Personalausweise, einen Reisepass, eine Identitätskarte und einen Führerausweis, bezahlt. Erworben habe er die Ausweise mithilfe eines Vermittlers an der albanisch-griechischen Grenze. «Dieser Vermittler sagte mir, in unserem Staat sei es erlaubt, den Namen zu ändern.  Nur das Geburtsdatum müsse gleich bleiben», sagte der Beschuldigte weiter.

Die neuen Ausweise wurden denn auch auf einen griechischen Namen ausgestellt. Dass der Erwerb dieser Ausweise illegal war, sei ihm nicht bewusst gewesen. Er habe diesem Mann vertraut.

Die neuen Dokumente habe er lediglich beschafft, um in der Schweiz arbeiten zu können. «Ich wollte Geld verdienen und so meine Familie im Kosovo unterstützen», erklärte er. In seiner Heimat sei er als Elektriker tätig gewesen. Sein Verdienst habe aber kaum gereicht, um seine Familie zu ernähren. Bereits 2009 hielt er sich in der Schweiz auf, um zu arbeiten. Damals wies er sich mit dem AHV-Ausweis seines Schwagers aus.

Er ist wegen rechtswidriger Einreise, rechtswidrigem Aufenthalt sowie dem Fälschen von Ausweisen vorbestraft. Im Mai 2009 wurde er ausgeschafft. Die gefälschten Dokumente soll er sich kurz nach seiner Ausschaffung besorgt haben.

Teilweise freigesprochen

Das Bezirksgericht sprach den Kosovaren vom Vorwurf des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts sowie des mehrfachen Ausübens einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit frei. Es folgte damit einem Bundesgerichtsentscheid, wonach eine Bewilligung, auch wenn sie unter falschen Angaben erschlichen wurde, so lange gültig ist, bis diese wieder erlischt.

Schuldig gesprochen wurde der 34-Jährige der mehrfachen Urkundenfälschung, der mehrfachen Fälschung von Ausweisen, der Täuschung von Behörden sowie der mehrfachen illegalen Einreise in die Schweiz.

Das Gericht verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. 7 Monate muss der Beschuldigte verbüssen. Die restlichen 11 Monate wurden mit einer Probezeit von vier Jahren bedingt ausgesprochen. Da sich der Kosovare bereits seit fast sieben Monaten in Haft befindet, dürfte er – sofern keine Rechtsmittel eingelegt werden – Ende Jahr auf freien Fuss gesetzt und ausgewiesen werden.