Sie haben alle eine Schussverletzung: Die Teddybären, die von Juso-Mitgliedern im offenen Sarg auf die Aarauer Igelweid getragen werden. Mit dieser Aktion warben die Jungsozialisten für ein Ja zum Waffengesetz am 19. Mai.

«In der Schweiz kommt sehr viel häusliche Gewalt mit Schusswaffen vor, dabei sind die Waffen oft ein Drohmittel. Das ist auch für Kinder sehr belastend», erklärt der Aargauer Juso-Präsident Sandro Covo die Symbolik der toten Teddybären. Gemeinsam mit drei Kolleginnen hat er einen Strauss rote Rosen in den Sarg gelegt und Grabkerzen aufgestellt. Neben dem Sarg haben die Jungpolitiker zwei weitere Bären aufgestellt, die die trauernden Angehörigen darstellen. Vor allem Kinder bleiben stehen und betrachten die toten Plüschtiere.

Mit Sarg und Teddybären: Juso-Aktion für ein Ja zum Waffengesetz in Aarau.

Die Juso-Mitglieder verteilen in der Aarauer Altstadt Flyer. Darin wird der Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und Feuerwaffen in der Schweiz erläutert. So ist die Anzahl Schusswaffen-Toter durch Verschärfungen des Waffenrechts seit 1999 mehr als halbiert worden, «von jährlich 460 auf rund 200», wie in der Broschüre steht.

Die Befürworter des neuen Waffenrechts befürchten, dass die Schweiz bei einem Nein aus dem Schengen-Sicherheitssystem mit der EU fliegt. «Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es auch unabhängig von Schengen Sinn macht, unser Gesetz dem der EU anzupassen», sagt Covo. «Waffengewalt ist in der Schweiz tatsächlich ein Problem, deshalb ist es vernünftig, dass wir unsere Gesetze strenger machen.»