«Die wahre Religion»

Muss die islamistische Vereinigung verboten werden? Das sagen Aargauer Politiker

Wie gefährlich ist die Vereinigung «Die wahre Religion»?

Wie gefährlich ist die Vereinigung «Die wahre Religion»?

Die Salafistische Vereinigung möchte mit ihrer Aktion «LIES» Passanten dazu bewegen, den Koran zu lesen. Was kann dagegen unternommen werden?

Nach mehreren Razzien in gleich zehn Bundesländern verbot die deutsche Regierung die islamistische Vereinigung «Die wahre Religion». Doch wie gefährlich ist die Gruppierung, die mit ihren Koran-Verteilaktionen für Aufsehen sorgte, wirklich?

«Lies!», fordern die bärtigen Männer hinter ihren Verteilständern und drücken Passanten kostenlos ihre heilige Schrift, den Koran, in die Hände. Was hierzulande zwar für Kritik sorgt, jedoch geduldet wird, war der deutschen Regierung zu viel.

Nach einer bundesweiten Polizeiaktion mit rund 200 Hausdurchsuchungen verbot sie kurzerhand die salafistische Gruppierung «Die wahre Religion», die hinter den Koran-Verteilaktionen steckt. Der Verein soll Verbindungen zu terroristischen Muslimen haben, so die Befürchtung der deutschen Behörden. Rund 140 Jugendliche und Erwachsene soll sie dazu verleitet haben, als Glaubenskrieger nach Syrien und in den Irak zu reisen. 

Bilder von der bundesweiten Polizeiaktion gegen die salafistische Vereinigung:

«Der Nachrichtendienst muss einschreiten»

Geht es nach den Politikern im Kanton Aargau, soll man dem deutschen Vorbild auch hierzulande folgen. «Das ist eine radikale Gruppierung», ist der Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart überzeugt. Gegenüber dem Regionalsender Tele M1 erklärt er: «Die Vereinigung ruft zur Gewalt auf. Darum sollte man sie verbieten.»

Auch Irène Kälin, grüne Grossrätin und Islamwissenschaftlerin steht der Gruppierung «Die wahre Religion» skeptisch gegenüber. «Wenn solche Gruppierungen sich zu fundamentalistischen und kriminellen Vereinigungen wandeln, muss der Nachrichtendienst einschreiten», so Kälin. 

«Verfassungswidrige Bewegung»

Ein Verbot der Gruppierung beschneide die Religionsfreiheit nicht, findet die Aargauer CVP-Präsidentin Marianne Binder. Diese müsse nämlich in jedem Fall mit dem Rechtsstaat vereinbar sein. Binder: «Es ist eine verfassungswidrige Bewegung mit fundamentalistischem Gedankengut. Darum müssen wir auch in der Schweiz rechtliche Grundlagen prüfen, um diese Gruppierung zu verbieten.»

Schliesslich unterstützt auch Sektenexperte Hugo Stamm ein Verbot der salafistischen Vereinigung in der Schweiz. «Auch in unserem Land werden radikale Tendenzen beobachtet», erklärt Stamm im Telefoninterview mit Tele M1 und fügt an: «Wir müssen Signale aussenden, dass wir diese Tendenzen unterbinden möchten.» (luk)

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